Manchmal fragt man sich, in welcher Welt leben wir eigentlich. Eine Antwort ist sicherlich: in einer ausufernden Werbewelt. Nirgendwo sonst wird den Menschen so viel vorgegaukelt, wie in einer Werbung.
Doch irgendwie scheint es, dass die Werbung in ihrer herkömmlichen Form nicht mehr ausreicht. Die Menschen lassen sich nicht mehr so leicht beeinflussen wie früher. Deshalb ist die gesamte Werbeindustrie schon lange auf der Suche nach neuen Werbestrategien.
Und eine der übelsten ist der Werbeangriff auf das Unterbewusstsein der Menschen. Und genau dafür hat jetzt die Stuttgarter Werbeagentur Jung von Matt/Neckar einen Preis erhalten, als Sieger des Airport Media Award. Einen Preis für eine mehr als zweifelhafte Methode: Den Passagieren auf einem Flughafen eine Ware ins Unterbewusstsein zu trommeln.
Die Ware ist der Autovermieter Sixt. Um die Reisenden auf die Autovermietung aufmerksam zu machen, wählte die Werbeagentur einen Weg, der zwar nicht ganz neu ist, aber aus moralischen Gründen kaum noch angewandt wird.
Die Vorgehensweise in Stuttgart ist folgende: Man lässt über die Flughafen-Lautsprecher zwei Personen ausrufen: „Geddjur Karätsiggst“ und „Graitoffers Adsiggst“. Die Namen der nicht existierenden Passagiere werden so ausgesprochen, dass es klingt wie „Get your Car at Sixt“ = „Geddjur Karätsiggst“ und „Great offers at Sixt“ = „Graitoffers Adsiggst“.
Diese Werbemethoden müssen sich die Reisenden auf dem Stuttgarter Flughafen gefallen lassen, und dafür erhielt die Werbeagentur Gold in der Kampagne „Gestaltete Kampagnen“. Angebrachter wäre jedoch eine goldene Zitrone gewesen. Denn so mit dem Unterbewusstsein der Menschen zu spielen ist keine Werbung, das ist fehlender Respekt vor den Menschen.
Doch dem nicht genug: Verliehen hat die Preise die „Initiative Airport Media“ (IAM), eine Vereinigung von Flughäfen im deutschsprachigen Raum. Nach eigenen Aussagen fasst die IAM die Interessen der Flughafen-Vermarkter zusammen, „um eine optimale Positionierung im Vergleich mit anderen Mediengattungen zu erreichen und die Gattung Flughafenwerbung zu stärken“. Mitglieder sind die Flughäfen Berlin, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Frankfurt/Hahn, Hamburg, Hannover, Köln-Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Stuttgart, Wien und Zürich. Was nichts anderes heißt, dass man auch auf diesen Flughäfen mit solchen Werbemethoden rechnen muss.
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zum Thema: Üble Werbemethoden am Flughafen Stuttgart
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