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Airline News München




09.10.2008 13:47 Uhr
» Übersicht » Flughafen » München
Der Flughafen München ist das Schreckgespenst für den Flughafen Wien
Ein möglicher Wechsel der Austrian Airlines (AUA) vom größten Luftfahrt-Verbund Star Alliance zu einem anderen Verbund, würde die Welt der Flughäfen München und Wien verändern, so sinngemäß der Chef des Münchner Flughafens Michael Kerkloh in einem Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“.
Gestärkt werden würde München, geschwächt würde Wien. Träfe dies zu, dann hätte der Flughafen Wien die Wahl zwischen Pest und Cholera. Denn auch bei einer Übernahme der AUA durch die Lufthansa würden Flüge von Wien nach München verlegt.

Etwa 34 Millionen Passagiere zählte der Flughafen München im Jahre 2007 und liegt damit an siebter Stelle in Europa. Dem gegenüber stehen alle sechs österreichischen Airports zusammen mit „nur“ 23,7 Millionen Passagieren. Doch beide genannten Airports streiten um die Routen nach Osteuropa. Im Sommer hatte Wien in diesem Segment mit 654 wöchentlichen Abflügen knapp die Nase vor München mit 622 Abflügen vorne.

Kerkloh erwartet nach einer Steigerung der Passagierzahlen 2007 um zehn Prozent einen Rückgang der Steigerungsrate auf etwa zwei Prozent. Und da kämen ihm einige zusätzliche Starts und Landungen vom Konkurrenten Wien gerade recht. Und im Auge hat er sehr wohl auch weitere Langstreckenflüge. So steht München beispielsweise in direkter Konkurrenz um die indischen Gesellschaften Jet Airways und Air India, die auf der Suche nach einem europäischen Stützpunkt sind.

Doch Michael Kerkloh ist ein unverbesserlicher Optimist, der von seinen überzogenen Prognosen kaum abrücken wird: Der Flughafen München soll bis zum Jahr 2020 ein Aufkommen von 57 Millionen Passagieren und 608.000 Flugbewegungen abwickeln. Die Investitionen für den weiteren Ausbau, etwa einer dritten Startbahn und Erweiterung des Lufthansa-Terminals, werden in den nächsten Jahren auf ein bis zwei Milliarden Euro geschätzt.

Mit diesen Aussagen hat er dem Flughafen Wien den Kampf angesagt. Ob alles aber so kommt, wie er sich das vorstellt, ist eher unwahrscheinlich, denn auch nach der momentanen Krise wird die Luftfahrt nicht mehr das sein, was sie einmal war. Und der Flughafen Wien hat bestimmt schon eigene Strategien in der Schublade liegen, um München Paroli bieten zu können.
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