Ist es nur gefühlt oder ist es wirklich so, dass sich in den letzten Wochen Zwischenfälle mit Flugzeugen häufen? Kaum ein Tag vergeht, ohne dass man wieder über einen neuen Vorfall informiert wird. Und wir als Passagiere stehen da und können Ereignisse nur subjektiv einordnen: War ein Zwischenfall gefährlich oder nicht?
Ich habe die Ereignisse der letzten Wochen genau verfolgt, habe auch ich keine Lust, mich in einen Flieger zu setzen, dessen Besitzer immer wieder in den Negativ-Schlagzeilen auftauchen. Oder ist alles nur Panikmache?
Informationspolitik: Der Westen ist nicht besser als der Osten
Zu leichtfertig wirft man Airlines aus dem Osten Europas vor, dass sie es mit der Wahrheit über die Ursachen bei Unglücksfällen nicht so genau nehmen. Zugegeben, das war früher, zu Zeiten des Kalten Krieges, so. Heute kann man diesen Vorwurf nicht mehr pauschalieren. Der Absturz der Aeroflot-Maschine ist in den russischen Medien durchaus von kritischer Berichterstattung begleitet. Es ist praktisch nicht mehr möglich, Tatsachen und Ursachen zu verheimlichen, denn die Medienpräsenz kennt praktisch keine Grenzen mehr.
Beispiel Spanair
Die Spanair-Katastrophe zeigt deutlich, dass es auch im „alten“ Europa Probleme mit der Wahrheit gibt. Heute erst wurde wieder eine neue mögliche Absturz-Ursache gemeldet, heute waren es Vögel. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass Spanair selbst Meldungen über technische Probleme kaum oder nur zurückhaltend, aber andere mögliche Ursachen gerne kommuniziert? Dass die weiteren Zwischenfälle mit ihren Maschinen als unbedenklich, gar als normal bezeichnet wurden?
Doch was ist normal?
Die Sprecherin von Air Berlin äußerte sich gestern ähnlich zu den drei Zwischenfällen, die mit einem Aufstand von 172 Passagieren in Nürnberg ihren Höhepunkt fand. Sie bezeichnete die Vorfälle als durchaus üblich und nicht ernst. Da stellt sich doch ernsthaft die Frage, ob zwei abgebrochene Starts normal sind? Wenn Air Berlin dies so sieht, dann muss man sich auch fragen dürfen, wie man es dort mit der Wahrheit hält?
Das Aufleuchten von Warnleuchten im Cockpit hat immer eine Ursache. Ob es sich nun um einen Fehler am Lämpchen selbst handelt oder ein anderer Grund die Ursache ist, normal ist das doch auf keinen Fall. Dabei fällt auf, dass Probleme mit der Elektronik immer häufiger vorkommen. Der neue A380 von Emirates musste wegen solcher Probleme eine Woche am Boden bleiben, die Zwischenfälle bei Air Berlin sollen ebenfalls ein Elektronik-Problem gewesen sein, und bei der abgestürzten Spanair-Maschine soll die Elektronik völlig verrückt gespielt haben, wie erste Auswertungen der Flugschreiber ergaben.
Alle Probleme werden heruntergespielt
Das Herunterspielen von Zwischenfällen mit Flugzeugen zieht sich wie ein roter Faden durch die Presseerklärungen aller Airlines. Doch ist das auch die Wahrheit? Außenstehende können das nicht beurteilen, sie werden dazu verdonnert, das auch zu glauben. Was bleibt ihnen auch anderes übrig?
Die Sicherheit der Flugzeuge selbst: Der Überflieger will für den Überblick sorgen
Der Reisende hat natürlich die Möglichkeit sich eine Fluggesellschaft auszusuchen, die einen hohen Sicherheits-Standard bietet. Aber eine Prüfung der Sicherheit, so weit das überhaupt für einen Laien möglich ist, kann ohne Informationen über die Flotte einer Airline zu keinem Ergebnis kommen. Ihr Überflieger hat eine Tabelle gefunden, die sehr aufschlussreich ist, wie sicher eigentlich die einzelnen Flugzeug-Typen selbst sind.
Siehe
Tabelle, die wir von www.airsafe.com übernommen haben:
Die Airlines selbst: Auch einige Codeshare-Partner der Lufthansa sind sehr suspekt
Doch wie in den News von airline-bewertungen.eu schon mehrfach berichtet, ist man auch mit der Lufthansa noch lange nicht auf der sicheren Seite.
Grundlage ist eine Tabelle, die auf der Homepage der Lufthansa zu finden ist:
http://konzern.lufthansa.com/de/html/ueber_uns/allianzen/star_alliance/partner/index.html
Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass doch einige Fluggesellschaften dabei sind, die im Codesharing für die Lufthansa fliegen, und wahrlich nicht zu den sichersten dieser Welt gehören. Hierzu die News von heute: „
Spanair-Katastrophe: Schlamperei bei Spanair Ursache für 154 Tote?“
Doch auch andere Lufthansa-Partner schneiden in der Beurteilung von Experten und in der Statistik alles andere als gut ab. Deshalb sollte man sich immer vor einem Flug erkundigen, mit wem tatsächlich fliegt. Ein Lufthansa-Ticket alleine ist nicht immer ein Garant für höchstmögliche Sicherheit, wenn man mit einer anderen Airline fliegen muss.
Fazit
Die Zeiten am Himmel sind anscheinend auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Ich hörte vor einigen Tagen auf dem Flughafen Schönefeld beim Abschiednehmen eines jungen Paares: „Viel Glück im Flieger!“ Doch soweit darf es nicht kommen, dass Fliegen auch noch mit Glück verbunden ist. Suchen Sie sich „Ihre“ Airline und „ihr“ Flugzeug aus – ein Zeitaufwand, der sich lohnt.
Doch trotz allem darf man nicht verschweigen, dass Fliegen immer noch die sicherste Art des Reisens ist, denn die Statistik sagt, dass die Chance auf einen Crash bei der Fahrt zum Flughafen wesentlich höher ist.
In diesem Sinne einen guten Flug mit „ihrer“ Airline
wünscht der Überflieger
Der Überflieger freut sich über Post an: ueberflieger@airline-bewertungen.eu