Auch die Swiss hatte für das erste Halbjahr 2008 einen Rückgang ihrer Gewinne im Vorjahresvergleich gemeldet. Dabei steht die Lufthansa-Tochter im internationalen Vergleich noch immer bestens da. Aber das Management sieht bereits am Horizont weitere dunkle Wolken aufziehen. Obwohl man sich beim Kerosin gut abgesichert hat, belasten die Kerosinpreise die Swiss-Schatulle immer mehr, und es stehen größere Lohnforderungen ihrer Mitarbeiter an.
Die für das Kabinenpersonal zuständige Gewerkschaft „Kapers“ fordert eine Lohnerhöhung um 15 Prozent. Dies soll ein weiterer Schritt sein, innerhalb der „Lufthansa-Familie“ ein einheitliches Lohnniveau zu erreichen. Weiterhin fordert man eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und ein 13. Monatsgehalt.
Not macht das Management erfinderisch: In einem Brief an verschiedene Zulieferer fordert die Swiss einen pauschalen Preisnachlass von 15 Prozent. Darunter die Swiss-Partner Swissport (Bodendienste), Flughafen Zürich, Gate Gourmet (Catering) und SR Technics (Flugzeugwartung).
Bis Ende August werden die Firmen aufgefordert, ein entsprechendes Angebot zu machen. Über Details könne man gerne reden.
In dem Brief begründet die Swiss dieses Vorgehen damit, dass man 2008/2009 Zusatzkosten von mehr als 500 Millionen Franken rechnet, und die Geschäftszahlen 2008 würden den Ernst der Lage nicht widerspiegeln. Die Swiss sei nicht mehr in der Lage, das Risiko der hohen Kerosinpreise alleine zu tragen.
Die erste Absage an diese Wünsche kam prompt vom Flughafen Zürich, der eine solche Bitte grundsätzlich ablehnte. Auch Swissport, der Dienstleister am Boden, sieht sich nicht in der Lage die bestehenden Verträge zu ändern.
Was die Swiss mit dieser Aktion bezweckt, dürfte auch ein Versuchsballon für die Lufthansa sein, die in Deutschland unter ähnlichen Problemen leidet. Und dann beobachtet man natürlich genau, was Ryanair-Boss Michael O'Leary plant, der sich gegen die hohen Flughafengebühren in Stansted wehrt und gleich den ganzen Flughafen kaufen will.
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