Notlandung auf dem Flughafen Wien-Schwechat: Sind Reifen ein Schwachpunkt der Flugzeuge?
Gestern hatte airline-bewertungen.eu über Bedenken berichtet, dass die drei Notlandungen von Qantas evtl. auch auf Einsparungen der Airlines auf Kosten der Sicherheit zurückzuführen seien. Ohne jetzt in Panik zu verfallen, denn ein Flugzeug ist immer noch das sicherste Verkehrsmittel, fällt aber doch auf, dass sich in den letzten Wochen Beinahe-Unfälle häufen.
Vergangenen Donnerstag bereits traf es auch eine Iberia-Maschine in Österreich. Da lösten sich beim Start Reifenteile, die in eines der beiden Triebwerke gesogen worden sind und zum Ausfall des Triebwerks führten.
Laut den Untersuchungsbehörden wurde außerdem festgestellt, dass das linke Hauptfahrwerk nicht eingerastet war.
An Bord der MD-80 waren 122 Passagiere, die etwa 80 Minuten nach dem Start auf eine Notlandung auf dem Wiener Flughafen Schwechart vorbereitet wurden. Dass alles glimpflich verlief war alleine den Flugkünsten des Piloten zu verdanken, der die Maschine sicher auf den Boden brachte. Der Vorfall wurde als sehr ernst eingestuft. Die genauen Untersuchungen dauern noch an.
Vor allem die Frage, in welchem Zustand die Reifen waren, ist noch nicht beantwortet. Speziell die Reifen werden bei einem Start oder einer Landung höchster Belastung ausgesetzt. Man kennt die Diskussion über Reifen auch aus der Formel 1, wo die Qualität der Reifen oft über Sieg und Niederlage entscheiden. Und man kennt auch die Aussagen der Fahrer: „Ich hatte einen schlechten Reifensatz!“ Was nichts anderes heißt, dass in der Reifenherstellung keine gleich bleibende Qualität garantiert werden kann.
Das Problem dabei ist, dass man in keinen Reifen hineinschauen kann, sondern lediglich eine äußere Kontrolle vornehmen kann. Da ein solcher Zwischenfall jedoch sehr selten vorkommt, können Flugreisende aber beruhigt davon ausgehen, dass die Qualität der Reifen den Anforderungen durchaus entspricht. Um jedoch in solchen Ausnahme-Situationen auch richtig zu reagieren, trainieren die Piloten immer wieder in der Simulation. Und in Wien hat sich das ausgezahlt. Die 122 Passagiere haben ihr Leben dem Piloten zu verdanken.
Dass auch die Ausbildung von Privatpiloten gut ist, zeigte sich am Sonntag auf dem Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg, als bei einem mit fünf Menschen besetzten Kleinflugzeug ein Reifen platzte und der Pilot trotzdem die Maschine sicher zum Stillstand brachte, ohne dass es Verletzte gab.
Doch es ist leider nicht zu bestreiten, dass es den perfekten Reifen auch in der Luftfahrt noch nicht gibt.
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