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23.07.2008 12:54 Uhr
» Übersicht » Airlines » Austrian Airlines
Austrian Airlines: "... und täglich wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben"
Die für September angekündigten Neuwahlen in Österreich sollen nun auch für die AUA den großen Schritt nach vorne bringen. Aber wie? Das ist in der Tat die entscheidende Frage. Noch treiben täglich die Politiker aller Parteien sprichwörtlich eine „neue Sau durchs Dorf“. Schon jetzt versuchen sie, sich durch Äußerungen über die Zukunft der Austrian Airlines zu profilieren. Das Dilemma dabei ist, dass es selbst innerhalb der einzelnen Parteien keine einheitliche Meinung gibt. Täglich geben Politiker aus der ersten, aber vor allem aus der zweiten Reihe Statements ab, die zum Teil erheblich von der offiziellen Parteimeinung abweichen.

Vor allem die SPÖ, die noch den Kanzler stellt, sorgt täglich für neue Überraschungen. Jetzt in Person der Noch-Staatssekretärin im Verkehrsministerium Christa Kranzl, die für die Luftfahrt in Österreich zuständig ist. Obwohl gerade sie am besten wissen muss, wie schlecht es um die AUA steht, favorisiert noch immer eine so genannte „Stand-alone-Lösung“. Dass dies nur eine populistische Aussage im Vorwahlkampf ist, weiß die gute Frau auch selbst. Aber man bringt sich ins Gespräch, und zwar ohne Rücksicht darauf, dass dies der AUA mehr schadet als nützt.

Sicher ist eigentlich nur eines: Vor den Neuwahlen am 28. September wird es keinen offiziellen Privatisierungs-Auftrag der Regierung geben. Und damit sind wieder alle Optionen offen – wenigstens offiziell.

Christa Kranzl hat es mit dieser Aussage tatsächlich geschafft, dass die AUA-Aktien nochmals weiter nach unten rutschten. Dabei warten doch alle auf den 29. Juli, wenn der Aufsichtsrat die Empfehlungen seiner Boston-Berater bekannt gibt. Vehement warnte Kranzl vor einem „vorschnellen Privatisierungsauftrag“. Zuerst müsse noch ermittelt werden, welche Auswirkungen eine Privatisierung auf den Standort Österreich habe. Und: „... ich hoffe, dass am Schluss nicht die Lufthansa übrig bleibt.“
Überraschend jedoch ist ihre Hoffnung, den viel gescholtenen arabischen Scheich und Investor Al Jaber wieder an Bord zu holen. „Ich weiß aber auch, dass dies mit dem jetzigen Management nicht machbar ist.“ Ist es tatsächlich nicht, denn es ist zwischen AUA-CEO Ötsch und Al Jaber ein Privatkrieg entflammt, der vermutlich nur juristisch gelöst werden kann. Dass Ötsch – egal wie sich der Aufsichtsrat entscheidet – seinen Sessel räumen muss, ist aber sowieso kein Geheimnis mehr, aber zu hoffen, dass Al Jaber, der gerade erst die Skifabrik Kneissl übernommen hat, wieder eine Option ist, das ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Experten warnten nach den Kranzl Äußerungen vor möglichen Verzögerungen, dass infolge des Wahlkampfs die Entscheidung über den Einstieg eines notwendigen Partners für die AUA verschleppt werden könnte. „Das wäre unverantwortlich und würde sich fatal auf das Unternehmen AUA auswirken.“

Doch all die Auftritte und Äußerungen von Christa Kranzl vor der Presse stießen selbst in ihrer eigenen Partei auf wenig Gegenliebe. Sie verlor ihren Platz als Nummer eins der anstehenden Wahlen Wahlliste und kündigte beleidigt an, sich deshalb aus der Politik zu verabschieden. Österreich wird auch diesen Verlust verschmerzen, sagen ihre eigenen Parteifreunde.




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