Die Krise der US-Airlines verschlimmert sich jeden Tag - Beispiel American Airlines
Verfolgt man die Maßnahmen aller US-Airlines, dem hohen Ölpreisen Paroli zu bieten, dann sieht man deutlich, dass alle um ihr Überleben kämpfen. Noch schwebt nicht der Pleitegeier über den Fluggesellschaften, aber manchmal scheint es, als wäre man nicht weit davon entfernt. Eine solche Krise hat es in den USA noch nie gegeben.
Der unbändige Glaube an bezahlbare Ölpreise hat verhindert, dass man sich auf solche Situationen eingestellt hat. Deshalb wirken auch verschiedene Maßnahmen eher hilflos, und die Manager scheinen überfordert.
In den USA baut man auf eine so genannte Vier-Säulen-Strategie: Stilllegen von Maschinen, Massentlassungen, Streichung von Routen und den Ausbau von Kooperationen.
Bei American Airlines kalkuliert man bereits mit Verlusten in Milliardenhöhe. So wundert es nicht, dass man ankündigte, statt den geplanten 75 Maschinen noch weitere am Boden zu belassen oder auszumustern. Für den inneramerikanischen Flugverkehr haben Routen-Streichungen von bis zu zwölf Prozent der Verbindungen bis zum Ende Jahres erhebliche Auswirkungen für die Fluggäste. Verheerend für die Mitarbeiter von American Airlines ist die Ankündigung, dass bis zu 7000 Entlassungen geplant sind. Da helfen auch die kalkulierten Abfindungszahlungen von 100 Millionen Dollar den Mitarbeitern nicht weiter, denn bei einer anderen US-Airline unterzukommen ist ziemlich aussichtslos.
Heute wurde bekannt, dass American Airlines 900 Stellen im Service bereits gestrichen hat: 900 Stewardessen und Stewards stehen bereits auf der Straße. Reisende mit American Airlines müssen sich vor allem darauf einstellen, dass Service in Zukunft nur noch für Business Class und die First Class stattfindet.
Heute lag der Dollarpreis bereits bei 144 Dollar pro Fass – und die Tendenz ist weiterhin steigend. Die Hoffnung, dass die Preise wieder fallen werden, ist trügerisch. Selbst wenn jetzt einige wenige arabische Ölförderländer eine Erhöhung der Produktion angekündigt haben – wobei es keine Zahlen gibt -, wird dies kaum helfen. Alleine Saudi-Arabien macht täglich einen Reingewinn mit Öl von einer Milliarde US-Dollar, und darauf wird kein Scheich verzichten. Genau so wenig, wie die Spekulanten, die so viel verdienen wie noch nie.
Das heißt, USA-Reisende werden spätestens zum Jahresende eine völlig neue Airline-Landschaft vorfinden: weniger Flüge, weniger Service, aber teurer denn je. Nur die Air Force One wird unberührt von allen Problemen ihre Präsidenten in alle Welt fliegen.
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