Innovative Perspektiven verdienen Anerkennung: Air New Zealand setzt auf Biotreibstoff aus Jatropha-Öl
Während man in aller Welt auf die steigenden Kerosinpreise hilflos und ohne Perspektiven reagiert, ist man bei Air New Zealand schon einen großen Schritt weiter. Noch in diesem Jahr soll der erste Testflug mit Biotreibstoff, Boeing 747-400 mit Rolls-Royce-Triebwerken, stattfinden. Das ist ein gewaltiger Schritt hin zu nachhaltigen alternativen Treibstoffen. Air New Zealand will erreichen, spätestens ab 2013 mit mindestens einer Million Barrel Biotreibstoff ihre Maschinen betanken.
Gewonnen wird der Biotreibstoff aus der Jatropha-Pflanze - eine Pflanzengattung der Wolfsmilchgewächse. Deren Samen einen Ölanteil von bis zu 40 Prozent vorweisen kann. Der Vorteil dieses sehr robusten Gewächses ist, dass man es praktisch überall anpflanzen kann.
Noch befindet sich der Treibstoff in der Testphase, aber die bisherigen Ergebnisse sind überwältigend gut. So scheint der Testflug schon jetzt zu einem Erfolgsflug zu werden. Sehr gut sind auch die CO2-Werte. Erste Ergebnisse wiesen eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um bis zu 50 Prozent aus. Ein extrem hoher Wert.
So gibt sich auch das Air-New-Zealand-Management sehr optimistisch. Man glaubt, dass bis 2013 ausreichend Biotreibstoff aus Jatropha-Öl zur Verfügung stehen wird und die neuseeländische Airline damit Vorreiter auf diesem Gebiet werden kann.
Das Jatropha-Öl, das Air New Zealand für den Testflug einsetzt, soll aus nachhaltig betriebenen Plantagen in Malawi, Mozambik und Tansania und Indien stammen. Voraussetzung bei der Auswahl der Anbaugebiete sei für Air New Zealand gewesen, dass die Felder innerhalb der letzten 20 Jahre nicht als Wald- oder Weideland genutzt worden waren und die Qualität der ausgewählten Böden zum Anbau von Nahrungsmitteln nicht geeignet ist. Es soll auch keine künstliche Bewässerung geben, sondern Gebiete ausgewählt werden, wo es ausreichend Regen gibt. Der gesamte Anbau darf nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen.
Air New Zealand liegen bereits Angebote aus Asien und Afrika vor, die behaupten, diese Kriterien zu erfüllen und eine Liefermenge über fünf Jahre zu garantieren. Dies ist noch eines der Hauptprobleme, denn noch ist eine kontinuierliche Liefermenge dauerhaft noch nicht garantiert. So ist der Aufbau der notwendigen Raffinerie- und Lieferinfrastruktur noch in der Planung, die von der neuseeländischen Regierung wohlwollend begleitet und unterstützt wird.
Die Herstellungskosten für den Treibstoff aus Jatropha sollen um die 30 Prozent unter denen für Kerosin liegen. Und die Unabhängigkeit vom Erdöl ist ein weiterer Aspekt, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Als Ergänzung zu Jatropha wird auch mit Hochdruck an der Treibstoff-Gewinnung aus Algen geforscht. Neuseeland ist auf dem besten Wege, in diesem Bereich eine Vorreiterrolle zu übernehmen, denn die europäischen Airlines gehen einen anderen, nicht immer nachvollziehbaren Weg (siehe Bericht über die Pläne der Air France).
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