Sicherheitswahn oder notwendiges Übel? Ob Scanner oder Swift und vieles andere mehr, alles soll im Dienste der Sicherheit stehen. Geld spielt keine Rolle mehr, die Passagiere werden zur Kasse gebeten, die steigenden Sicherheitsgebühren werden die Ticketpreise noch weiter erhöhen.
Scanner bedeuten höhere Sicherheitsgebühren
Es sind nicht nur die sogenannten Körper- oder Nacktscanner, sondern auch die Flüssigkeitsscanner, die den Flughäfen große Probleme bereiten. Aktuelles Beispiel ist der neue Berliner Flughafen BBI, der teilweise neu geplant werden muss, da in zwei Jahren Flüssigkeitsscanner verpflichtend sind. Einer der Gründe, warum sich die Eröffnung des Flughafens verzögert.
Ob Körperscanner oder Flüssigkeitsscanner, beide haben eines gemeinsam, sie sind nicht nur unglaublich teuer, sondern auch umstritten. So kommt es, dass es international gesehen keine einheitlichen Sicherheitskontrollen gibt und auch nicht geben wird.
Jüngstes Beispiel ist Dubai, eines der größten Drehkreuze weltweit (siehe auch
Dubai News), wo die Flughafenleitung mitteilte, dass sich Körperscanner nicht mit dem Islam vereinbaren lasse und auch mit der Privatsphäre der Reisenden kollidiere.
USA machen Druck
Doch dem nicht genug, die USA verlangt nun von der EU, dass die Scannerfotos gespeichert werden sollen und nicht, wie in der EU vorgesehen, sofort wieder gelöscht werden. Man kann darauf wetten, dass die EU auch diesem Ansinnen irgendwann zustimmen wird.
Widersprüche – Hardliner de Maizière macht Druck
Auf der Homepage des Radiosenders „NDR Info“ konnte man gestern lesen, dass sich der Einsatz von Körperscannern laut Bundespolizei verzögere. Grund seien „die strengen Vorgaben der Bundesregierung zum Schutz der Intimsphäre der Flugpassagiere“. Als voraussichtlicher Termin für die Installierung von Körperscanner wird Mitte 2011 genannt.
Innenminister Thomas de Maizière dementierte jedoch diesen Bericht. Er bestehe darauf, dass die Körperscanner noch in diesem Sommer getestet werden sollen. Es gäbe noch Softwareprobleme. Thomas de Maizière, bekanntermaßen ein Hardliner, der voll und ganz die US-Linie vertritt, wird wohl dafür sorgen, dass das Fliegen nicht mehr sein wird, was es einmal war. 2013 sollen nun die Flüssigkeitsscanner ihren Dienst aufnehmen.
Das Swift-Abkommen – ein fragliches Instrument
Eine Frage ist aber noch nicht beantwortet: Stimmt das Kosten-Nutzungs-Verhältnis? Diese Frage spielt keine Rolle, denn der Druck aus den USA zur totalen Überwachung von Flugreisenden wird immer größer. Jüngstes Beispiel: Das umstrittene Swift-Abkommen zur Übermittlung von Millionen europäischer Bankkunden-Daten an die USA wurde durch das EU-Parlament genehmigt und soll bereits im August in Kraft treten.
Die Politik will den gläsernen Passagier
Der gläserne Passagier ist das Ziel – das Fliegen wird nur noch möglich sein, wenn man vollkommen auf seine Persönlichkeitsrechte verzichtet und dafür auch noch mehr bezahlen muss.