Flughafen Berlin-Brandenburg (BBI): Neuer Termin – erster Flieger soll am 3. Juni 2012 starten
Vorweg: Der Großflughafen wird noch größer werden, und eine zukunftsfähige Lösung wird neue EU-Sicherheitsvorschriften berücksichtigen. Er erhält zwei zusätzliche Anbauten für die neue Art der Sicherheitskontrollen.
Vor allem die EU machte einen Strich durch den Zeitplan
Die Sicherheitskontrollen am neuen Hauptstadt-Airport Berlin Brandenburg International BBI werden an die ab April 2013 geltenden neuen EU-Sicherheits¬¬bestimmungen angepasst: Im neuen Fluggast¬terminal werden dann 32 Kontrolllinien in veränderter Konfiguration realisiert sowie die Planungen für zwei Pavillons links und rechts des Terminals gestartet.
Die weitere Realisierung der bis dato vorgesehenen 36 Sicherheitskontrolllinien nach bislang geltenden Vorschriften im Terminal wird mit sofortiger Wirkung gestoppt. Damit wird der BBI am 3. Juni 2012 seinen Betrieb aufnehmen.
Zwei Erklärungen
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Berliner Flughäfen, sagte vor der Presse: „Der neue Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen ist ein guter Kompromiss aus vorausschauender Planung und einer weiterhin zügigen Realisierung des Airports. ... Der Willy-Brandt-Flughafen ist und bleibt eine Erfolgs-geschichte.“
Matthias Platzeck, Brandenburger Ministerpräsident: „Wir haben heute eine Entscheidung der Vernunft gefällt. Es macht keinen Sinn, einen Eröffnungstermin um jeden Preis halten zu wollen.“
Prof. Dr. Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen: „... und wir bleiben mit der heute beschlossenen baulichen Lösung innerhalb des bestehenden Finanzierungsrahmens für den BBI.“
Mehr Platz für die Sicherheitskontrollen
Mit der heutigen Entscheidung reagieren die Berliner Flughäfen auf die am 29. April 2010 in Kraft getretene Verordnung der Europäischen Kommission zur Veränderung der Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Danach werden ab April 2013 wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck von Passagieren zugelassen sein.
Die EU-Verordnung brachte nicht vorhersehbare Platzprobleme
Am 25. Mai 2010 hatte die Bundespolizei bei den Berliner Flughäfen ihre konkretisierte Prognose zu den Konsequenzen der EU-Verordnung vorgestellt und kam zu dem Schluss, dass die Umsetzung der Verordnung zu einem umfangreichen Flächenmehrbedarf und damit zu Platzproblemen im Sicherheitsbereich des BBI führt. Und damit ist der Einsatz größerer und schwererer Prüfgeräte zur Flüssigkeitsdetektion notwendig, bei denen auch für die dazugehörigen Arbeitsschritte mehr Platz eingeplant werden muss. Es können im neu gestalteten Sicherheitsbereich auch sogenannte Körperscanner integriert werden, über deren Einsatz auf EU-Ebene derzeit diskutiert wird.
Zusatzinvestitionen werden Finanzierungsrahmen nicht sprengen
Durch die nun beschlossene BBI-Planung werden die Berliner Flughäfen 50 Millionen Euro zusätzlich in den Bau des Flughafens investieren. In dieser Summe ist die Planung und der Bau der beiden Pavillons für die Sicherheitskontrollen sowie die durch die neuen Sicherheitsvorschriften notwendigen Umbauten im Terminal beinhaltet.
Weitere Zahlen
62 Millionen Euro fallen durch die notwendigen Mehraufwendungen für terminsichernde Maßnahmen und die Anpassung des Bauablaufs an. Hinzu kommen 26 Millionen Euro Mindereinnahmen, die sich aus der Verschiebung des Eröffnungstermins für den BBI ergeben. Durch Umschichtungen im Budget und die Verwendung von Reserven bleibt der Finanzierungsrahmen des Projekts jedoch unverändert (2,4 Milliarden Euro Kreditrahmen, 430 Millionen Euro Gesellschaftermittel, 440 Millionen Euro Eigen¬finan¬zie¬rungs¬beitrag der Berliner Flughäfen).
Zusammenfassung
Die Realisierung der neuen Konfiguration erfolgt bedarfsgerecht in zwei Stufen:
- Ab dem Eröffnungstag des Flughafens stehen 32 Sicherheits¬kontroll¬linien in veränderter Konfiguration mit einer Kapazität pro Spitzenstunde von 4500 Passagieren statt der bislang geplanten 36 Sicherheits¬kontrolllinien in alter Konfiguration zur Verfügung.
- Ab April 2013 stehen 36 Sicherheitskontroll¬linien in neuer Konfiguration inkl. Flüssigkeitsdetektion mit einer Kapazität pro Spitzenstunde von 5500 Passagieren zur Verfügung.
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