American Airlines / Boeing 767: Risse in der Triebwerksaufhängung - ein echtes Sicherheitsproblem
Es ist schon interessant, dass das renommierte „Wall Street Journal“ als erste Zeitung über die Probleme an Boeing 767-Maschinen berichtete. Dies ist ein gutes Beispiel, wie nah die Börse in den USA am Geschehen der börsennotierten Unternehmen ist.
Wie groß war die Gefahr?
Und was das „Wall Street Journal“ berichtet, macht zumindest nachdenklich: Risse an den Verankerungen der Triebwerke sind keine Bagatellschäden, denn im allerschlimmsten Fall, so das „Wall Street Journal“, könnten diese Schäden dazu führen, dass Flugzeuge dieses Typs ihre Triebwerke verlieren. Man möchte sich ein solches Szenario nicht einmal vorstellen.
Die Ermittler der „Federal Aviation Administration“
Entdeckt haben die Risse die strengen Inspektoren der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde „Federal Aviation Administration“ (FAA). Und wenn die rufen, dann „brennt die Hütte“, dann müssen umgehend alle Verantwortlichen antanzen. Deshalb standen innerhalb weniger Stunden die Experten von Amerikaner Airlines und des Flugzeugbauers Boeing vor einer der betroffenen Maschine.
Merkwürdiges Statement von Amerikaner Airlines
Trotzdem konnte man im „Wall Street Journal“ die Stellungnahme von Amerikaner Airlines lesen (frei und verkürzt übersetzt): „Die Risse sind rechtzeitig entdeckt worden. Solange keine wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse zu den Schäden vorliegen, sind jegliche Berichte über mögliche Ursachen reine Spekulation.“
… und noch schlimmer Boeing
Von Boeing selbst war bis zum heutigen Tage noch gar nichts zu hören. Wie sooft ziehen sich die Verantwortlichen in ihr Schneckenhaus zurück und brüten vermutlich, wie man diese Entdeckung am besten herunterspielen kann. Als Vorbild nehmen sie sich vermutlich den Mineralölkonzern BP, der anfänglich auch durch Verharmlosung einer gigantischen Katastrophe glänzte.
Noch keine endgültigen Ergebnisse
Allerdings steht noch nicht fest, wie gefährlich die Risse in den Verankerungen tatsächlich sind, wenn man aber bedenkt, welche Kräfte auf ein Triebwerk einwirken, da darf man sich schon seine Gedanken machen, aber nicht spekulieren und damit zu einer Verunsicherung beitragen.
Vorschnelle Berichte und Konsequenzen
„spiegel online“ schreibt: „Inspektionen des US-Carriers haben zutage gefördert, in welcher Gefahr Passagiere schwebten die mit den AA-Langstrecken-Fliegern unterwegs waren.“ Solchen Aussagen, die es auch in den USA gab, haben die FAA-Ermittler zwischenzeitlich widersprochen – es gäbe zwar auch bei den Ermittlern Bedenken, aber wie schwer und folgenreich die Risse seien, muss erst noch untersucht werden. Aus diesem Grund wurden bisher drei Maschinen sofort aus dem Verkehr gezogen. Trotzdem bleibt festzuhalten: Hätte man die Risse nicht entdeckt, wäre eine Katastrophe im Bereich des Möglichen gewesen.
Bleibt festzuhalten: Boeing hat bisher immerhin 986 Maschinen des Typs 767 ausgeliefert, von denen die deutsche Condor alleine neun 767-Maschinen in ihren Diensten hat.
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