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15.06.2010 09:32 Uhr
» Übersicht » Airlines » Emirates
Emirates / Lufthansa: Der Konkurrenzkampf eskaliert
Aus Sicht der Lufthansa war der Auftritt der Kanzlerin vor einer Woche auf der ILA schon so etwas wie Vaterlandsverrat. Einmal hat Emirates mit einem nagelneuen A380 der Lufthansa die Schau gestohlen und demonstriert, dass man mit dem bereits zehnten A380 der Lufthansa um Meilen voraus ist und zudem den Passagieren eine wesentliche komfortablere Innenausstattung bietet. Die größte Breitseite gegen die Lufthansa war aber die Vertragsunterzeichnung für weitere 32 A380 mit einem Gesamtvolumen von fast zehn Milliarden Euro unter der Bedingung, dass Angela Merkel anwesend sein muss. Und sie war da.

Es geht auch um Landerechte
Doch es ging Emirates nicht nur um diesen Riesenauftrag, sondern auch darum, zu demonstrieren, dass die Dubai-Airline darauf besteht, auch Landerechte in Berlin und Stuttgart zu bekommen. Wie lange die Bundesregierung diese noch verweigern kann, darüber wird heftig spekuliert.

Die Abhängigkeit des Flugzeugbauers Airbus von den Arabern ist groß, und in Hamburg hängen zu viele Arbeitsplätze am Tropf von Emirates, was Die Bundesregierung auf Dauer nicht ignorieren kann.

Die Probleme zwischen Lufthansa und Regierung
Durch die Aschewolke-Belastungen, durch die drohende Ticketsteuer, durch die drohenden Emissionsabgaben hat die Lufthansa Probleme genug. Das Verhältnis zur Bundesregierung ist so schlecht wie noch nie, man fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Nicht nur vom unglücklich agierenden Verkehrsminister Ramsauer, sondern mehr denn je auch von der Kanzlerin. Und sollte der Widerstand der Lufthansa gegen weitere Landerechte von Emirates in Deutschland von Ramsauer und Merkel ignoriert werden, dann wäre das für die Lufthansa ein weiteres großes Problem.

Gegenseitige Vorwürfe
Beide Lager, Lufthansa und Regierung, haben sich in den letzten Wochen wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Wortwahl während der Flugverbote war von solch unverständlicher Aggressivität gekennzeichnet, dass beide Seiten noch heute beleidigt sind. Und in dieser schwierigen Lage sonnt sich CEO Mayrhuber nicht nur mit seinem ersten A380, sondern glänzt vor allem durch repräsentative Auftritte: während der IATA-Tagung in Berlin, während der ILA, und vor einigen Tagen flog er First class mit dem A380 nach Tokio, um dort mit dem deutschen Botschafter eine A380-Party zu feiern.

Das Schweigen des Vorstands
Auch seine Vorstandskollegen schweigen in diesen Tagen. Es herrscht Sprachlosigkeit in den Vorstandsetagen. Fehler der Vergangenheit machen sich jetzt breit. Vor Jahren schon hat man es versäumt zukunftsorientierte Konzepte zu entwickeln. Mayrhuber war noch nie ein Visionär, glaubte er doch, die Erfolgsgeschichte der Lufthansa wäre eine „Never Ending Story“. Auf wirtschaftliche Turbulenzen war man nicht vorbereitet. Ein Beispiel: Mit den A380-Fliegern ist die Konkurrenz der Lufthansa Meilen voraus, obwohl diese tollen Flugzeuge zu einem guten Teil deutsche Produkte sind. Hier hätte die Lufthansa eine Vorreiterrolle spielen können. Auch das hat man versäumt.

Nun wartet man auf Antworten aus der Zentrale, aber es ist zu befürchten, dass man nur ein weiterhin großes Gejammer hört. Das ist der größten deutschen Airline nicht würdig.




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Kommentare

bisher 1 Kommentare

am 16.06.2010 12:13 Uhr von skynow!!
  gut getroffen!
Das trifft den Nagel ziemlich auf dem Kopf. Wie kann es sein, daß´sich Vorstand und vorallem der Aufsichtsratsvorsitzende von LH in Öffentlichkeit auf den Bundesminister für Verkehr stürzen. Dieses kurzsichtige Verhalten recht sich jetzt.

Wer wie die die LH völlig auf politische Unterstützung der Bundesregierung angewiesen ist, kann nicht in der Öffentlichkeit eben diese angreifen. Ein sehr teurer Fehler für LH, siehe Luftverkehrsabgabe im aktuellen Sparpaket. Offensichtlich fehlt den beiden Ingenieuren Weber und Mayrhuber jedes politische Gespür.


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