Swiss / Russland: Überflugrechte verweigert - aber warum?
Nach dem Gezerre um die Landerechte der Lufthansa-Tochter AUA in Russland, hat nun auch Lufthansa-Tochter Swiss ein Russland-Problem. Die Russen verweigern der Swiss nach wie vor die Überflugrechte mit der Folge, dass Flüge nach Hongkong und Schanghai 30 Minuten länger als üblich dauern. Was dies bedeutet, erkennt man an einigen Zahlen: Swiss benötigt etwa vier Tonnen Kerosin zusätzlich, denn neben dem Umweg fliegt man auch schneller, um wenigstens etwas Zeit einzusparen, und man kann weniger Last transportieren.
Die Kosten für die Swiss
Eine hochrangiger Beamter aus der Schweizer Bundesverwaltung sagte dazu der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“: „Russland verlangt von der Swiss solch hohe Gebühren für die Überflugrechte nach Asien, dass sich der Umweg lohnt. Derzeit kostet die Tonne Treibstoff rund 650 US-Dollar. Bei vier Tonnen belaufen sich die Mehrkosten für die Swiss demnach auf rund 2600 Dollar pro Flug. In der Online-Ausgabe des Magazins „Air Transport World“ konnte man lesen, dass aufgrund von Zahlen der IATA Überfluggebühren von 3500 US-Dollar an die Russen bezahlt werden sollen.
Doch dies ist nur eine der Medaille, denn es ist eine nicht unübliche Methode, dass man durch solche „Strafmaßnahmen“ selbst mehr Zugangsrechte in den europäischen Markt bekommen möchte. In diesem Fall für verschiedene russische Fluggesellschaften.
Deutsch, österreichisch oder schweizerisch
Doch auch in diesem Fall geht es um mehr, denn bei der Swiss stellt sich die Frage, ob sie noch eine Schweizer Airline ist oder eine deutsche.
Darüber streiten sich die Russen auch mit der österreichischen AUA – ist sie noch ein österreichisches Unternehmen oder ein deutsches. Hier ist in Russland noch lange keine Entscheidung gefallen, obwohl die Russen die Landerechte der AUA erst einmal verlängert haben.
Russland will mehr Landerechte in der EU
IATA-Chef Giovanni Bisignani sagte schon Ende Dezember 2009, dass die russischen Überlegungen in Bezug auf die Lufthansa-Töchter nicht nur Österreich, sondern auch die Schweiz und Großbritannien (bmi) beträfen. „Die Russen werden etwas im Gegenzug verlangen. Möglicherweise zusätzliche Landerechte auf verschiedenen europäischen Flughäfen.“
Vermutlich wird man sich irgendwann auf einen Kompromiss einigen, aber einen Zeitpunkt wagt heute niemand vorherzusagen.
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