Im Konkurrenzkampf der Airlines wird nur selten mit dem Degen gekämpft, eher mit dem Florett
Konkurrenzkampf im Angebot - selten unter der Gürtellinie und nicht selten eher Kooperation.
Dieses Gentlemen's Agreement wird seit Jahren von Ryanair gebrochen. Mit Methoden, die mehr als umstritten sind, die wieder einmal vor Gericht verhandelt werden. Nach der Lufthansa will jetzt auch Air France die Ryanair-Methoden vor Gericht klären lassen. Es geht darum klären zu lassen, ob die Verträge zwischen dem sogenannten Billigflieger und kleineren Regionalflughäfen wettbewerbswidrig sind.
Die Redaktion der News von Airline-Bewertungen.eu hat immer wieder darüber berichtet, wie Ryanair an einzelnen Flughäfen dafür kassiert, um diese auch anzufliegen. Das krasseste Beispiel ist der österreichische Flughafen Klagenfurt. Bei der Vorlage eines Sonderhaushalts musste die Kärntner Landesregierung zugeben, die Subventionen für die Billigflieger am Flughafen Klagenfurt zu veröffentlichen. TUIfly erhielt drei Millionen Euro und Ryanair konnte sich auch noch über eine Million Euro freuen (siehe auch http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-227.html).
Genau diese Methoden prangert Air France an und wirft den Billigfliegern vor, illegale Beihilfen für das Anfliegen von Nebenflughäfen zu kassieren. In der Beschwerde ist zu lesen, dass man die Flughafenbetreiber verdächtigt, sich mit finanziellen Zugeständnissen an unter anderem an Ryanair den Erhalt ihrer Flughäfen zu erkaufen. Die geschieht unter anderem durch viel zu niedrige Flughafengebühren oder durch sogenannte Marketingzuschüsse. Beides sollen nur Deckmäntelchen sein, denn Air France hat errechnet, dass im Jahre 2008 europaweit 660 Millionen Euro von Flughäfen an Ryanair geflossen sein sollen. Ryanair weist diese Vorwürfe zurück, obwohl dafür eindeutige Beweise vorliegen.
Trotzdem ist die Lufthansa bei verschiedenen Gerichten mit ähnlichem Beschwerdeinhalt gescheitert. Am Zuge ist jetzt eigentlich die zuständige EU-Kommission, die sich immer noch um eine Klarstellung drückt. Mindestens so lange wird Ryanair munter weiter kassieren, ob es Air France oder Lufthansa passt oder nicht.
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