Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie pokert in diesen Tagen um etwa 60 Millionen Euro. Der Verband baute eine wahre Drohkulisse auf, um öffentliche Gelder für einen Fortbestand der für Berlin und Brandenburg so wichtigen internationalen Luftfahrtausstellung „ILA“ zu bekommen. Durch den Bau des neuen BBI ging der Standort für die Ausstellung verloren, ein neuer Standort jedoch erfordert erhebliche Investitionen.
Berlin vs. Köln, Hannover und Leipzig
Und die Drohkulisse ist nicht ohne, denn der BDLI brachte es fertig, Berlin gegen Köln, Hannover und Leipzig auszuspielen. Alle drei Flughäfen haben Blut geleckt und bieten sich dem BDLI wie warmes Bier an, um die ILA zu bekommen.
Es ist nur ein Scheingefecht
In Wahrheit jedoch will der Verband gar nicht weg von Berlin, auch wenn die ILA nur am Rande des BBI veranstaltet werden kann. Die Vorteile des Standorts Berlin überwiegen aber vor allem deshalb, weil, etwas salopp gesagt, die Musik spielt – und schließlich residiert hier der Verband selbst. Deshalb sind Köln, Hannover und Leipzig lediglich Mittel zum Zweck, um an die 60 Millionen Euro zu kommen.
Muffensausen der Länderchefs
Eines hat der Verband bereits erreicht: Bei den Politikern in Berlin und Brandenburg hat sich so etwas wie Katastrophenstimmung in Sachen ILA breit gemacht. Sowohl Berlins Regierender Wowereit als auch Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck haben die ILA zur Chefsache erklärt, schließlich ist die ILA nach Le Bourget und Farnborough die drittgrößte Luftfahrtmesse der Welt.
Standortvorschlag in der Schublade
Bereits am kommenden Donnerstag wollen die Politiker ein neues Konzept vorlegen: Einmal natürlich eine echte Standort-Alternative und wie man den notwendigen Bau neuer Ausstellungshallen finanzieren will.
Wowereit und Platzeck haben bereits einen neuen Standortvorschlag in der Schublade, nur etwa zwei Kilometer vom BBI entfernt. Laut BDLI benötigt man ein Areal von mindestens 250.000 Quadratmetern.
Zeitdruck
Der BDLI setzt die beiden Landesregierungen auch zeitlich stark unter Druck und teilte mit, dass man schon am 25. März eine Vorentscheidung treffen will. Doch wie gesagt, es ist eine Drohkulisse – man will die ILA auch weiterhin in Berlin veranstalten.
Weitere Investitionen in Umwelt-Ersatzprogamme
Nicht vergessen sollte man auch weitere 35 Millionen Euro für die gesetzliche Verpflichtung, für in Anspruch genommene Bauflächen des BBI Ausgleichspflanzungen vorzunehmen. Diese Summe muss die Flughafengesellschaft tragen und in einen Naturschutzfond einbringen. Auch die Anrainergemeinden des Flughafens profitieren davon, sie können sich bald über neue Grünanlagen freuen. Der Park soll bis Oktober 2011 entstehen, in dem auch Wildpferde galoppieren sollen, um das Gras niedrig zu halten. Laut Flughafengesellschaft soll die Eröffnung gleichzeitig mit der Eröffnung des BBI im Oktober 2011erfolgen.
Kommentare
bisher 0 Kommentare
Kommentar abgeben
zum Thema: ILA 2012 - die Drohkulisse des BDLI
Bitte geben Sie eine gültige Email an, denn Sie bekommen eine Bestätigungsmail für Ihren Kommentar. Ihre Email Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben und Sie erhalten auch keine weiteren Mails von uns. Kommentare mit einer ungültigen Mail können wir leider nicht frei schalten.