Lufthansa: Endet der Tarifkonflikt mit noch mehr Gehalt?
Damit hat Lufthansa zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Piloten lassen die Hände von Töchtern und durch Verhandlungen nur über Geld, wird das Image der Piloten in der Öffentlichkeit noch weiter beschädigt. Cockpit-Mitglieder fürchten eine neuerliche Neid-Debatte.
Spitzenverdiener mit großer Arbeitsbelastung
Unbestritten ist, dass zumindest Piloten, die schon viele Jahre für die Lufthansa arbeiten, zu den Spitzenverdienern in Deutschland, wenn nicht sogar weltweit gehören. Aber der Job als Pilot ist auch nicht mit anderen Berufen zu vergleichen. Beispielsweise ist unbestritten, dass die Arbeit im Cockpit eine außergewöhnlich hohe Arbeitsbelastung mit sich bringt. Es ist erwiesen, dass Langstreckenpiloten praktisch keinen Biorhythmus mehr haben, da der Wach-Schlaf-Rhythmus täglich verändert wird.
Was man nicht vergessen sollte
Weiterhin zahlen die meisten Piloten monatlich dreistellige Beträge in eine Berufsunfähigkeits-Versicherung, denn oft sind es für einen Normalbürger gesundheitliche Kleinigkeiten, die für einen Piloten das berufliche Aus bedeuten können. So kann bereits eine eigentlich geringe Veränderung der Sehstärke ein Ende der beruflichen Laufbahn bedeuten. Und über Jahre hinweg muss das Lufthansa-Darlehen für die Pilotenausbildung abgestottert werden. Hier geht es um hohe fünfstellige Beträge.
Piloten als Sparfüchse
Und der Druck von „oben“ ist enorm: Verrechnet sich ein Pilot beim Auftanken von Kerosin, so kann es passieren, dass er mit zu wenig Sprit einen ungewollten Zwischenstopp einlegen muss, was der Lufthansa mit um die 80.000 Euro zu Buche schlagen kann. Bei zu viel Kerosin im Tank ist das Flugzeug zu schwer und der Spritverbrauch steigt.
Auf der anderen Seite kann ein Pilot der Lufthansa viel Geld sparen, wenn er immer optimal arbeitet, landet er pünktlich, kann er seinem Arbeitgeber viel Geld sparen, denn nur eine Minute Verspätung kann bis zu 500 Euro kosten. Gute Piloten – und die hat die Lufthansa mit Sicherheit – sparen täglich größere Summen ein.
Was bringen die neuen Verhandlungen?
Arbeitsdirektor Stefan Lauer und Cockpit haben nur noch einige Tage Zeit, um dann am 8. März eine Einigung zu erzielen oder auch nicht. Doch ein Scheitern der neuerlichen Verhandlungen unter den beschriebenen neuen Voraussetzungen scheint kaum möglich. Jetzt hat Lauer einen größeren Handlungsspielraum. Er beschrieb die Situation so: „Mit gutem Willen ist eine Lösung nicht in weiter Ferne. Wir brauchen Kostengünstigkeit für die Lufthansa, und die Vereinigung Cockpit möchte einen vernünftigen Bestandsschutz von Arbeitsplätzen in der Lufthansa Classic.“
Und so wird am 8. März mit Sicherheit ein Kompromiss präsentiert, der neben einer Arbeitsplatzgarantie auch einen Gehaltszuschlag beinhalten wird. Mehr wird Cockpit nicht erreichen können.
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