Lufthansa: Endet der Tarifkonflikt mit noch mehr Gehalt? (Teil 2)
Wo ist Mayrhuber?
Noch-CEO Wolfgang Mayrhuber scheint untergetaucht. Er, der in der Vergangenheit bei Tarifauseinandersetzungen mit seinen Mitarbeitern verbal wahrlich nicht hinter dem Berg hielt, schickt nur noch seine Vorstandskollegen an die Front der Medien.
Als Chef der Passage hat er versagt
Er trägt auch eine gehörige Mitschuld an den momentanen Problemen, noch aus der Zeit, als er in Personalunion die Passage dirigierte und dabei irgendwie den Zug der Zeit verpasste. Seine Ignoranz gegenüber der Konkurrenz der sogenannten Billigflieger war der vielleicht größte Fehler seiner Amtszeit. Nicht erst seit heute weiß man, dass die Lufthansa-Kosten vor allem auf den Kurzstrecken viel zu hoch sind. Natürlich auch deshalb, da die Piloten der sogenannten Billigflieger um einiges weniger verdienen als ihre Kollegen der Linienflieger.
Christoph Franz – der Ausbader
Es ist jedoch ein Märchen zu glauben, dass alleine die Gehälter der Piloten und Flugbegleiter Ursache dafür sind, dass Billigtarife möglich sind. Man könnte noch ein Dutzend weiterer Gründe aufzählen. Nun aber hat Christoph Franz den Schwarzen Peter, er muss nun für das gigantische Sparprogramm den Kopf hinhalten und das ausbaden, was ihm Mayrhuber eingebrockt hat. Und dass dabei die Piloten mitreden möchten, passt ihm gar nicht. Aber dieses Problem ist vermutlich, wie geschrieben, wohl vom Tisch.
Ein klarer Punktsieg für die Lufthansa
Die Forderungen der Piloten nach erweitertem Mitspracherecht hat die Lufthansa mit einem grandiosen Trick ausgebremst. Man zog mit der Aussage vor das Arbeitsgericht, den Piloten die Verhältnismäßigkeit des Arbeitskampfes abzusprechen. Nur deshalb überhaupt die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Man wollte erreichen, dass die Piloten die Finger von der „Lufthansa Italia“ lassen und lediglich über Forderungen für Deutschland geredet werden soll.
Und ganz genau dies war das Ergebnis vor dem Arbeitsgericht, denn verpflichtet hat sich auch Cockpit - auf Gespräche über Forderungen ausschließlich im deutschen Tarifgebiet. Bis zum Gerichtstermin hatte Gerhard-Madjidi immer wieder bekräftigt, dass es seiner Gewerkschaft nicht ums Gehalt geht. Doch jetzt scheint doch nur noch ums liebe Geld zu gehen.
(Fortsetzung folgt)
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