Es brodelt in der Luft, und brodeln heißt, dass es zu heftigen Gewittern kommen kann. So in etwa kann man die Situation der gesamten Airline-Branche bezeichnen, die vor großen Herausforderungen steht. Während der Druck von allen Seiten für die Pilotenvereinigung Cockpit zu stark wurde, rüsten sich Airline-Mitarbeiter beinahe in ganz Europa für einen Arbeitskampf.
Noch sind sich Lufthansa und Cockpit nicht einig, da baut bereits die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO eine neue Drohkulisse auf, da sie auf ihre Tarifforderungen vom Januar noch keine Antwort aus der Lufthansa-Zentrale bekommen hat – Warnstreiks also nicht ausgeschlossen.
Österreich
Und auch bei der Austrian Airlines brodelt es gewaltig. Der AUA-Bord-Betriebsrat verlangt eine Arbeitsplatzsicherheit für die Copiloten. Der Boden-Betriebsrat wiederum will eine schriftliche Standortgarantie für die Mitarbeiter von Wartung/Technik.
Frankreich
Gestreikt wird bereits in Frankreich. Den Anfang machten die Fluglotsen am Pariser Flughafen Orly, wo gestern rund 50 Prozent aller Flüge ausgefallen sind. Auch am Flughafen Charles de Gaulle mussten wegen dieses Streiks 25 Prozent der Verbindungen gestrichen werden.
Großbritannien
Auch British Airways steht ein Streik ins Haus. Am Montag stimmten 81 Prozent der British-Airways-Flugbegleiter für einen Streik, um ihren Forderungen nach Jobgarantien und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck zu verleihen. Ab wann gestreikt wird morgen am Donnerstag entschieden.
Griechenland
Am heißesten brodelt es in in Griechenland. Heute fielen wegen eines Fluglotsen-Streiks sämtliche Flüge von und nach Griechenland aus. Der Luftraum wurde ab Mitternacht für 24 Stunden geschlossen. Weitere Streiks sind bereits angekündigt.
Kroatien
Am Freitag wird das Bordpersonal der Croatia Airlines streiken, kündigte die Gewerkschaft bereits gestern an. Die Flugbegleiter wollen einen Kollektivvertrag erstreiken.
Es zeigt sich eindeutig, dass in der Branche europaweit die Angst um Arbeitsplätze und um Lohneinbußen umgeht. Die Wirtschaftskrise und gravierende Managementfehler – Beispiel: Spekulationen beim Kerosineinkauf - haben den großen europäischen Fluggesellschaften stark zugesetzt.
Die Airlines haben 2009 rund acht Milliarden Euro minus gemacht, und auch für 2010 wird man ein Minus von mehreren Milliarden einfliegen. Die Airlines versuchen durch zum Teil drastische Einsparprogramme gegenzusteuern, wovon überwiegend das Personal betroffen ist. Und so wird es 2010 immer wieder zu Kraftproben zwischen Fluggesellschaften und Gewerkschaften kommen.
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zum Thema: Airlines: In der Branche ist der Teufel los
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