Airlines / Flugzeugsitze / Japan: Nach Toyota und Honda nun auch Koito
Täglich kommen aus Japans Industrie neue Horrormeldungen, doch nicht nicht nur von den Autobauern, auch der Produzent von Flugzeugsitzen, Koito Industries Ltd, steht nun im Mittelpunkt eines unglaublichen Vorgangs.
Vorsätzlich Sicherheitsdaten gefälscht
Koito musste öffentlich einräumen, Sicherheitsdaten für Flugzeugsitze vorsätzlich gefälscht zu haben. 150.000 dieser Sitze wurden in etwa 1000 Boeing- und Airbusmaschinen und in Flugzeugen 32 weiterer Airlines eingebaut.
Auswirkungen der Krise
Soweit die Fakten, doch die Probleme sitzen speziell in Japan noch tiefer: Es sind Auswirkungen der weltweiten Krise. Um auch im heiß umkämpften Markt der Flugzeug-Ausstatter weltweit zu bestehen zu können, geht man wohl immer größere Risiken ein und schreckt auch nicht von kriminellen Handlungen zurück. Wie eng jedoch das Dilemma von Toyota und Koito zusammenhängt ist die Tatsache, dass Toyota 20 Prozent am Koito-Mutterkonzern hält und die Schuldigen der gigantischen Toyota-Rückrufaktionen noch gar nicht ausgemacht sind.
Eingeständnis
Koito-CEO Takashi Kakegawa musste einen riesigen Skandal eingestehen: „Wir haben falsch gehandelt, weil wir befürchteten, dass unsere Lieferungen verzögert werden, wenn die Sicherheitstest keine eindeutigen Daten liefern. Deshalb haben wir einige Sicherheitstests überhaupt nicht durchgeführt und Daten früherer Tests genutzt.“
Verkehrsminister fordert hohe Strafen
Japans Verkehrsminister bezeichnete diesen Vorgang als beschämend und forderte strengste Strafen. Er verlangt von Koito, dass die nicht kontrollierten Sitze neuen Tests unterzogen werden müssen. Fraglich ist trotzdem die umgehende Stellungnahme der zuständigen Aufsichtsbehörden, die erklärten, dass es trotzdem keine Sicherheitsprobleme gäbe, und dieser Auffassung schlossen sich auch die betroffenen Flugzeugbauer und Airlines an.
Terminprobleme
Trotzdem wird Koito in Schwierigkeiten geraten, denn nun müssen trotz aller Terminverpflichtungen, alle neuen Sitze den entsprechenden Tests unterzogen werden, was zu Lieferschwierigkeiten sorgen kann. Davon betroffen sind die größten Kunden „All Nippon Airways“ (ANA), aber auch „Air Canada“, „KLM“, „Scandinavian Airlines“ und „Singapore Airlines“.
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