In den Vorstandsetagen der AUA herrscht große Unsicherheit vor, ebenso beim verantwortlichen Infrastrukturministerium, das die Verhandlungen über die Landerechte mit Russland führt. Im Hinterkopf haben alle die Gefahr eines Worst-Case-Szenariums, denn sollte Russland das Ende Januar auslaufende Ultimatum nicht verlängern, darf die AUA Russland nicht mehr anfliegen. Über die Hintergründe haben wird bereits auf der Seite
http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-2334.html berichtet.
Verhandlung geplatzt
Eigentlich wollte man sich bereits gestern treffen, doch der Termin ist aus nicht bekannten Gründen geplatzt. Jetzt soll am Montag in Moskau wieder verhandelt werden. Platzt auch diese Verhandlungsrunde, dann würde das das Aus am 1. Februar für die auf sechs Landerechte auf russischen Flughäfen bedeuten.
Die AUA-Hoffnung stirbt zuletzt
„Wir sind zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird“, sagte AUA-Sprecher Martin Hehemann der österreichische Tageszeitung „ Die Presse“. Tatsache ist jedoch, dass man keinerlei Anzeichen für eine Verlängerung des Ultimatums hat. Martin Hehemann: „Die Gespräche sind extrem schwierig.“
Um was geht es eigentlich?
Dies hat auch einen Grund, an den vor der Lufthansa-Übernahme anscheinend niemand gedacht hat: Die gegenseitigen Landerechte eines EU- und eines Nicht-EU-Landes sind durch zwischenstaatliche Verträge geregelt.
Der entscheidende Punkt: Die jeweilige Airline muss sich mehrheitlich in nationalem (aber nicht in staatlichem) Besitz befinden. In Russland kam man zu dem Ergebnis, dass die Austrian Airlines seit der Übernahme durch die Lufthansa keine österreichische Fluglinie mehr ist – und man akzeptiert auch nicht, dass das Konstrukt einer sogenannten Stiftung (mehrheitlich in österreichischer Hand ist) entscheidend sei.
Weitere Probleme
Als sei dieses Problem noch nicht genug, steht auch noch eine EU-Bedingung im Raum, die mit der Gewährung der Staatshilfe an die AUA verknüpft ist: Österreich muss sämtliche bilateralen Luftverkehrsabkommen neu aushandeln. Österreich muss Russland überzeugen, dass die AUA trotz allem eine österreichische Airline ist. Dies scheint nach heutigem Kenntnisstand unmöglich.
… und dann noch die Konkurrenz
Doch wie ein Damokles-Schwert schwebt der erbitterte Konkurrenzkampf zwischen der Lufthansa und Aeroflot über den Verhandlungen. Aeroflot sieht in den AUA-Landerechten eine Ausweitung der Präsenz der Lufthansa in Russland, was man unbedingt verhindern möchte. So bleibt festzustellen, dass die Verhandlungs-Ausgangsposition der AUA mehr als schlecht zu bezeichnen ist.