Flughafen Frankfurt: Gibt es Lehren aus 300 Flugausfällen an einem Wochenende?
„Daisy“ hat dem Frankfurter Flughafen die Grenzen aufgezeigt: Am vergangenen Wochenende fielen über 300 Flüge aus, und etwa 60.000 Passagiere mussten am Boden bleiben. Vor allem das Enteisen der Flugzeuge war Grund für zahlreiche Verspätungen.
Feldbettenlager im Flughafen
Laut Flughafenbetreiber „Fraport“ fielen rund 320 Flüge aus, alleine am Samstag 227. Tausende Reisende mussten die Nacht im Hotel, andere mussten auf Feldbetten im Flughafen übernachten. Gestern Nachmittag entspannte sich die Lage, denn alle drei Start- und Landebahnen konnten Starts und Landungen ermöglichen.
Lob und Tadel
Man muss eines anerkennen: Auf dem Frankfurter Flughafen wurde sich sehr um die geplagten und gestressten Reisenden gekümmert, trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob man tatsächlich auf solche Ausnahmesituationen genügend vorbereitet ist? So hat man zwar ausreichend Enteisungsmittel (übrigens kein Salz, sondern Ameisensäure, die keinen Rost verursacht), aber reicht die Zahl der Enteisungsmaschinen aus? Eine Frage, die sich natürlich andere Flughäfen auch stellen müssen. Natürlich sind diese sehr teuer, weit im sechsstelligen Bereich, aber diese Sparmaßnahmen gehen zu Lasten der Reisenden, die trotz Flughafen-Gebühren und freier Pisten ihren Flug nicht antreten können, da ihre Maschinen in der Enteisungs-Warteschlange stehen.
Informationsdefizite
Und dann gibt es noch ein Fragezeichen: Es werden Europa- und Deutschlandflüge zu Lasten von Interkontinentalflügen gestrichen. Obwohl man solche Entscheidungen mit Sicherheit nicht spontan trifft, wurden Tausende von Reisenden nicht rechtzeitig informiert. Die Folge war, dass auch sie auf dem Flughafen ausharren mussten.
So hat man irgendwie das Gefühl, dass man auf dem Frankfurter Flughafen immer nur reagiert statt zu agieren – nicht nur im Bereich der Informationen.
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