Chaotische Zustände über Weihnachten auf europäischen Flughäfen
Liebe Freunde der zivilen Luftfahrt,
der Überflieger hofft, dass Sie von den chaotischen Zuständen über Weihnachten auf europäischen Flughäfen verschont geblieben sind und ohne große Verspätungen ihr Ziel erreichen konnten. Waren Sie aber doch betroffen, dann haben Sie das volle Mitgefühl des Überfliegers, der sich noch einmal zahlreiche „Erlebnisberichte“ von „gestrandeten“ Passagieren durchgelesen hat.
Bis auf die Knochen blamiert: Flughäfen und Airlines
Um es vorweg zu sagen: Alle Flughäfen und alle Airlines haben sich bis auf die Knochen blamiert. Nirgendwo war man in der Lage eine solche Ausnahmesituation auch nur annähernd in den Griff zu bekommen.
Dass man auf Flughäfen bei solch extremen Wettersituationen Probleme bekommt, das haben die Passagiere akzeptiert und viel Verständnis gezeigt. Doch alles andere wurde zu einer Katastrophe.
Lesen Sie bitte die Berichte auf kp-online: http://www.rp-online.de/..._aid_799008.html
oder http://www.airline-bewertungen.eu...2269.html .
Fernsehbilder zeigten: Passagiere mussten auf dem Boden schlafen
Nun sind solche Ausnahmesituationen schon öfters vorgekommen, doch daraus gelernt hat man nichts, aber auch gar nichts, obwohl mindestens einmal im Jahr solch extreme Wettersituationen vorkommen. Das ist der eigentliche Skandal: Tausende von Reisende mussten unter unwürdigen Bedingungen auf Stühlen, Sitzbänken oder auf dem Boden die Nacht verbringen, immer wartend, endlich einmal Informationen zu bekommen, wann und wie es eigentlich weitergeht. Und wenn es einmal Informationen gab, dann waren diese falsch oder wurden sogar bewusst zur Beruhigung der Betroffenen verbreitet.
Es fehlen Notfallpläne
Erschreckend war jedoch, dass man auf den Flughäfen immer noch keine Notfallpläne entwickelt hat, um die Passagiere entsprechend zu betreuen und ihnen eine menschenwürdige Übernachtung zu ermöglichen. Sicher hatte man auf einigen Flughäfen dafür gesorgt, dass Reisende in Hotels übernachten konnten, aber an den Flughäfen gab es kaum sogenannte Feldbetten, die Toiletten wurden nachts nicht gereinigt und die Versorgung mit Nahrungsmittel und Getränken klappte hinten und vorne nicht. Vor allem Kinder konnten einem Leid tun. Zur Erinnerung: Auf den Autobahnen wurden im Stau stehende Autofahrer vom THW oder vom Roten Kreuz mit heißen Getränken und Decken versorgt.
Ein weiteres Beispiel
Hinzu kommt noch, dass es den Fluggesellschaften an notwendiger Flexibilität fehlt, wie folgendes Beispiel zeigt:
Ryanair-Passagiere mussten Eiswürfel lutschen, weil die Getränkeausgabe angeblich verboten ist, das berichtet das Internetportal shortnews.de: „Eine wahre Odyssee erlebten die Passagiere eines Ryanair-Flugs von London Stansted nach Dinard. Aufgrund des schlechten Wetters erhielt das Flugzeug keine Starterlaubnis, und die mehr als 200 Personen an Bord mussten mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen.
Die Wartezeit im sich aufheizenden Flugzeug galt es allerdings ohne Getränke zu überstehen. Denn die Crew weigerte sich, den Passagieren Getränke zu reichen. Dies begründete man damit, dass das Flugzeug noch nicht gestartet sei und die Vorschriften deshalb den Ausschank verbieten.
So mussten die durstigen Passagiere notgedrungen an Eiswürfeln lutschen. Der Flughafen Stansted bestätigte lediglich die Verspätung, verwies aber darauf, dass nach dem Boarding die Fluggesellschaften für die Passagiere verantwortlich sind.“
Und die Lehren?
Man kann eigentlich nur hoffen, dass durch die neuerlichen katastrophalen Zustände auf den Flughäfen endlich Konsequenzen gezogen werden und Pläne entwickelt werden, um auf solche Ausnahmesituationen menschengerecht reagieren zu können – das nächste Wetterchaos steht vor der Türe.
Zu Schluss noch eine gute Nachricht, denn es geht auch anders. Wenn die Leser des Überfliegers dieses Video anschauen, dann wissen sie warum:
Da die Hoffnung zuletzt stirbt, glauben wir doch, dass die hochbezahlten Manager der Flughäfen und Fluggesellschaften endlich ihre Lehren ziehen und entsprechend reagieren – blamiert haben sie sich schon genug. Der Überflieger hat auch einen konkreten Vorschlag: Die Manager sollten bei ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr die Lösung dieser Probleme an erste Stelle setzen.
Dass die guten Vorsätze seiner Leser zumindest teilweise umgesetzt werden können, das wünscht sich bis zum nächsten Jahr
Ihr Überflieger
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