Emirates / Lufthansa / Dubai / Bundesamt für Güterverkehr: Deutsche Regierung straft Emirates ab
Emirates will im kommenden Jahr mehrere neue Ziele in Europa anfliegen. Damit müssten sich auch die Lufthansa auf einen verschärften Wettbewerb mit einstellen. Die Strategie von Emirates ist klar, man will der Konkurrenz auf den lukrativen Langstrecken zwischen Asien, Europa, Amerika und Afrika Passagiere abnehmen. Aber das ist nicht alles, denn Dubai soll als Drehscheibe zwischen den Kontinenten weiter ausgebaut werden. Dies bestreitet Emirates auch nicht. Doch der Lufthansa ist dies mehr als ein Dorn im Auge.
Die Lufthansa erklärte zwar, sie habe sich über die Emirates-Preise nicht beschwert. Das kann glauben wer will, denn es vergeht kaum eine Woche, wo nicht irgend jemand aus dem Lufthansa-Management Emirates unterstellt, mit staatlichen Subventionen ihre Preise zu gestalten. Beweisen konnte dies aber noch niemand.
Doch warum schaltet sich plötzlich eine staatliche deutsche Behörde in die Preispolitik nicht nur von Emirates ein? Man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass dies nur auf Druck der Lufthansa geschehen sein kann. Warum sonst tritt plötzlich das oft im Tiefschlaf versunkene „Bundesamt für Güterverkehr“ auf den Plan? Da muss sich hinter den Kulissen schon einiges abgespielt haben. Aber was?
Vordergründig geht es um Flüge von Frankfurt nach Johannesburg sowie von Hamburg und Berlin nach Singapur. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit, was man erkennt, wenn man das Schreiben des „Bundesamtes für Güterverkehr“ liest. Beispielsweise (Zitat): „Ich muss Sie um Verständnis bitten, dass Emirates wie auch andere Nicht-EU-Luftfahrtunternehmen keine Preisführerschaft auf den genannten Relationen ex Deutschland wahrnehmen können.“ Das heißt, dass die zum Bundesverkehrsministerium zugeordnete Behörde Emirates und anderen Airlines untersagt, billiger als die Lufthansa zu fliegen. Und nicht nur das, man hat auch gleich mit einem Bußgeld gedroht: Eine Mindeststrafe von 25.000 Euro pro Fall! Emirates knickte vor solchen Drohungen ein und erhöhte seine Preise um 20 Prozent, dies allerdings nur unter Protest.
Die Konsequenz ist ein Schlag ins Gesicht des internationalen Wettbewerbs der Fluggesellschaften: Auf der Strecke Frankfurt-Singapur können nun Lufthansa und Singapore Airlines Tickets verkaufen, die günstiger als die von Emirates sind, was aber noch lange nicht heißt, dass man mit ihnen billig fliegen kann. So entsteht, ob es einem passt oder nicht, ein Preisdiktat, dem sich alle unterordnen müssen. Dies hat auch zur Folge, dass man verhindert, dass Reisende in Dubai Zwischenstation machen, was für viele von Ihnen auch Grund ist, dem beliebten Reiseziel Dubai einen Besuch abzustatten.
Bleibt noch eines festzuhalten: Das „Bundesamt für Güterverkehr“ ist eine Behörde unserer Regierung, die den Wettbewerb einer freien Marktwirtschaft als das Allheilmittel aller Probleme propagiert. Aber anscheinend nur so lange, bis man vor den Lobbyisten einknickt – in diesem Fall vor der Lufthansa, der man wahrlich keinen Vorwurf machen kann, wenn sie sich wehrt um zu verhindern, dass ihr die Felle davon schwimmen.
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