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Airline News Austrian Airlines




10.11.2009 10:16 Uhr
» Übersicht » Airlines » Austrian Airlines
Austrian Airlines: Die meisten Probleme sind noch gar nicht gelöst
Anfang 2010 werden etwa 300 Bodenbedienstete der AUA entlassen, noch in diesem Jahr 30 bis 40 Mitarbeiter. 1000 Arbeitsplätze wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits abgebaut, weitere 1000 werden es bis Mitte 2010 sein. Ziel der AUA ist ein Personalbestand von etwa 6000 Mitarbeitern. Wie viele es letztendlich sein werden, das steht noch gar nicht fest und sorgt unter den AUA-Mitarbeitern immer noch für große Unsicherheit.

Abfindungen sollen Anreiz sein
Um möglichst viele Mitarbeiter zum freiwilligen Verlassen der AUA zu bewegen, bietet das Management Abfindungen an, und zwar die gesetzlich vorgeschriebene Summe, aber auch noch freiwillige Zusatzgelder, die allerdings gedeckelt sind. So stehen den Bodenmitarbeitern bei freiwilligem Ausscheiden insgesamt 250.000 Euro bereit. Weltweit werden etwa 500 Auslands-Mitarbeiter entlassen, deren bisherige Arbeit von der Lufthansa-Angestellten übernommen wird.

Stehzeiten sollen vermieden werden
Bord Betriebsratschef Rudolf Nowak hofft, dass es in seinem Verantwortungsbereich keine Kündigungen geben wird. Hierüber wurde noch nicht verhandelt. Derzeit gebe es diesbezüglich nur „Kontakte“, noch keine Gespräche. Käme es zu Kündigungen des Bordpersonals, so müssten zuerst die jungen (billigeren) Mitarbeiter gekündigt werden.
Allerdings sollen für die AUA-Piloten neuen Regelungen eingeführt werden. So sollen die Piloten und Kopiloten durch flexiblere Ruhezeiten die Produktivität erhöhen. Was heißt, dass die Standzeiten an Flughäfen auf ein Minimum reduziert werden sollen. Darüber wird momentan noch verhandelt.

Das Beispiel „Tyrolean“
Für Abfindungen im gesamten AUA Konzern wurden, dies bestätigte die Zentrale, insgesamt 115 Millionen Euro bereitgestellt. Ein Beispiel: Die Regional-Tochter „Tyrolean“, wo alle 50-Plätze-Maschinen ausgemustert werden, gab bekannt, dass etwa 100 bis 120 Bordmitarbeiter entlassen werden. Jene Mitarbeiter, die freiwillig „Tyrolean“ verlassen, bekommen bis zu 360.000 Euro an Abfindung.

Die Mitarbeiter sind immer noch verunsichert
Kritik am Vorgehen des AUA-Managements kommt auch von der Gewerkschaft der Privatangestellten. In einer Stellungnahme heißt es: „Wenn der AUA-Vorstand meint, er kann bei jeder Pressekonferenz die Zahl der abzubauenden Mitarbeiter nach oben schrauben, hat die Gewerkschaft keine Demut mehr vor der Lufthansa, dann ist das Maß voll, und dann können wir auch unfreundlicher werden.“ Allerdings gibt es bereits einen Sozialplan für jene Mitarbeiter, die gehen müssen.

Es fehlt nach wie vor ein schlüssiges Gesamtkonzept
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten Wolfgang Katzian brachte die Sorgen der Mitarbeiter auf den Punkt indem er sagte: „Das Management der AUA ist gut beraten, die Verunsicherung der eigenen Belegschaft mit ständigen Ankündigungen weiterer Personalreduzierungen über die Medien, endlich zu beenden. In der öffentlichen Darstellung des Vorstands entsteht der Eindruck, die Personalkosten seien der einzige Parameter, der für die Zukunft des Unternehmens relevant ist. Vom AUA-Management erwarten die Beschäftigten, ein umfassendes Zukunftskonzept für diese, für den Wirtschaftsstandort Österreich, so wichtige Luftlinie.“
Noch eine schlechte Nachricht: „Jet Alliance“ sticht die AUA aus
Anders als die AUA, die derzeit um ihre Flugrechte in Russland zittern muss, sorgte das sogenannte Bedarfsflugunternehmen „Jet Alliance“ für eine kleine Sensation: Als erstes westliches Bedarfsflugunternehmen darf „Jet Alliance“ innerhalb Russlands einen VIP-Charterverkehr anbieten. Dafür wurde mit der Aeroflot ein „Joint Venture“ vereinbart, 51 Prozent hält Aeroflot, 49 Prozent „Jet Alliance“.

Fazit
Heute kann man feststellen, dass es weder Malanik noch Bierwirth gelungen ist, ein schlüssiges und nachhaltiges Gesamtkonzept für die Austrian Airlines zu entwickeln. Sich nur auf die Personalkosten zu konzentrieren ist kurzsichtig und ändert an den verkrusteten Strukturen gar nichts. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man bei der AUA vor lauter Sparwut vergisst, dass motivierte Mitarbeiter eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, um das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen.




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