Flughafen Lübeck-Blankensee: "Der Stadt könnte jetzt ein Desaster drohen"
Wie oft schon haben wir über Katastrophen-Management der Hansestadt Lübeck am Flughafen Blankensee berichtet. Eigentlich wollten wir gar nicht mehr über Lübecks Flughafen berichten, es war so deprimierend und aussichtslos, über eine Stadtverwaltung zu schreiben, die nicht in der Lage ist, auch nur in Bruchteilen ein Konzept zu entwickeln.
Nun berichtete aber das „Hamburger Abendblatt“ unter der Überschrift „Lübecks Flughafen springen die Investoren ab!“ ausführlich über den Status quo, der alle unsere Befürchtungen noch übertroffen hat.
Unserer Redaktion wurde in Zuschriften einseitige Berichterstattung vorgeworfen, obwohl wir ausschließlich aufgrund eigener Recherchen schreiben, aber auch werten. Heute nun wollen wir uns gar nicht selbst diesem Thema widmen, sondern möchten unseren Lesern die Recherche-Ergebnisse des „Hamburger Abendblatts“ auszugsweise zitieren.
„... Der Stadt könnte jetzt ein Desaster drohen. Die Zeit drängt. Das neuseeländische Unternehmen Infratil, das 90 Prozent der Anteile besitzt, will Ende des Monats aus dem Flughafen aussteigen. Die Stadt muss dem Unternehmen dann rund 26 Millionen Euro zahlen.“
„... Jetzt verhandelt die Verwaltung mit drei möglichen Interessenten, darunter der Regionalflughafen Weeze am Niederrhein. Vier zuvor als ernsthafte Kandidaten gehandelte Bieter hatten sich dagegen vor rund zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgezogen.“
„... „Dass Infratil jetzt seine Ausstiegsoption wahr macht, zeigt deutlich, dass der Flughafen Lübeck nicht rentabel zu betreiben ist. Deshalb ist es auch unwahrscheinlich, dass ein neuer Investor gewonnen werden kann, der auf eigenes Risiko einsteigt“, sagte Grünen-Landesvorsitzende Marlies Fritzen.“
„... Wenn es Lübeck nicht gelingt, einen Nachfolger für Infratil zu finden, muss die Stadt den Flughafen zunächst wieder in eigener Regie übernehmen, da es eine Betriebspflicht für den Airport gibt. … 2009 werde Lübeck-Blankensee trotz steigender Passagierzahlen voraussichtlich ein Minus von 1,6 Millionen Euro machen.“
Und darum geht es: Keine Perspektive, kein Betreiber und die Zeche muss der Steuerzahler bezahlen – und eine Stadtverwaltung, die in keiner Weise ihrer Verantwortung gerecht wird. Der Flughafen Blankensee ist von Lübecks Verantwortlichen heute schon gegen die Wand gefahren worden.
Kommentare
bisher 0 Kommentare
Kommentar abgeben
zum Thema: Flughafen Lübeck-Blankensee: "Der Stadt könnte jetzt ein Desaster drohen"
Bitte geben Sie eine gültige Email an, denn Sie bekommen eine Bestätigungsmail für Ihren Kommentar. Ihre Email Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben und Sie erhalten auch keine weiteren Mails von uns. Kommentare mit einer ungültigen Mail können wir leider nicht frei schalten.