Flughafen Stuttgart / Fokker100 / Contact Air: Notlandung in Stuttgart wahrscheinlich Schlamperei bei der Wartung
Die Untersuchungsergebnisse für die Unglücksursache der in Stuttgart notgelandeten Fokker 100 mit Franz Müntefering an Bord haben ein kaum zu glaubendes Ergebnis gebracht. Zwar ist es letztendlich noch nicht ganz geklärt, aber man ist sich ziemlich sicher, dass ein acht Millimeter großes Plastikteil in der Größe eines 1-Cent-Stücks, die Ursache für das defekte Fahrwerk war. Das Plastikteil soll sich nach jetzt vorliegenden Ergebnissen bereits seit längerem in der Hydraulik-Leitung der Fokker 100 befunden haben und beim Anflug auf den Flughafen Stuttgart das Ausfahren des Hauptfahrwerks verhindert haben.
Die Geschichte der Fokker 100 ist nicht problemlos
Spannend ist jedoch auch die Geschichte der havarierten Maschine. Sie war einst in Diensten der brasilianischen „TAM“ und der „Mandarin Airlines“. Und sie war fast vier Jahre im Einsatz der indonesischen Airline „Merpati“, die noch immer einem EU-Einflugverbot unterliegt. Es wurden nun Zweifel laut, dass bei diesen Airlines die Wartung der Maschine zwar durchgeführt wurde, vermutlich aber nicht von einem zertifizierten Unternehmen.
Aussagen von Contact Air
Auf Nachfrage sagte der Geschäftsführer von Contact Air Manfred Gärtner: „Als wir die Maschine im Sommer geleast haben, hatte sie gerade einen C-Check hinter sich. Bei diesem Check wird beinahe das gesamte Flugzeug auseinander genommen, die Teile überprüft und wieder zusammengebaut. Der Aufwand ist größer als beim Bau eines neuen Jets. Wir sind davon ausgegangen, dass das Flugzeug praktisch neu ist.“
So soll die Maschine die folgenden Überprüfungen und Tests absolut problemlos bestanden haben. Auch das Hauptfahrgestells und eine durchgespielte Notfallsituation sollen einwandfrei geklappt haben.
Warten auf den Abschlussbericht
Die Bundesstelle für Flugunfallforschung (BFU) ist sich sicher, den Beweis für die genannte Ursache führen zu können. Der Abschluss-Bericht über die Ursache der spektakulären Bruchlandung wird allerdings erst in einigen Wochen erwartet.
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