Austrian Airlines: Die Anbiederungen des AUA-Betriebsrat Alfred Junghans
AUA-Betriebsrat Alfred Junghans will alles, nur nicht glauben, wie ernst die Lage der AUA ist. Seine Statements stoßen bei den Leuten, die er als Betriebsrat eigentlich vertreten soll immer heftiger auf Widerspruch. Seine Schönrederei und sein Zweckoptimismus gehören eigentlich ins Reich der Fantasie. Zum höchstwahrscheinlichen Abbau von zwischenzeitlich bekannt gewordenen 3000 Stellen bei der AUA sagte er: „Ich habe die Sorge nicht, wenn ich es auch nicht ausschließen kann. Es wird ein solches Szenario aus heutiger Sicht nicht geben. Wenn die Wirtschaft crasht, haben wir und alle anderen eine veritable Krise. Dann kämen auch Lufthansa oder Air France mit ganz anderen Kündigungszahlen. Das will ich mir alles gar nicht vorstellen.“
Das aber muss er als Betriebsrat, er muss sich schon heute zumindest damit beschäftigen. Doch Junghans macht genau das Gegenteil und redet die Krise der AUA noch schöner als seine Vertragspartner Malanik und Bierwirth. Dazu noch ein Zitat: „Dass die AUA jetzt bis Ende 2010 bis zu 1500 Stellen (Vollzeitarbeitsplätze) streicht, kommt für mich nicht überraschend. Aber weil man mit einem strikten Aufnahmestopp schon seit Februar 400 Planstellen im AUA-Konzern gar nicht nachbesetzt habe, gehe es jetzt nicht um 1500 Menschen, sondern um viel weniger.“ Was für ein Gerede!
Beispiel AUA-Technik
In der AUA-Technik in Wien arbeiten heute rund 1300 Leute. Zur Zeit wird geprüft, welche Wartungsarbeiten in Schwechat weiterhin durchgeführt und welche ausgelagert werden. Sicher ist jedoch, dass 300 bis 350 Jobs in Wien-Schwechat vor dem Aus stehen.
Die Milchmädchen-Rechnung des Junghans
Junghans hofft, dass alles nicht so heiß gegessen wird: „Wir haben genügend Zeit für innovative Lösungen. Die Lufthansa beschäftigt in der Konzerntechnik weltweit 30.000 Leute, bei einer natürlichen Jahres-Fluktuation von 600 bis 700 Beschäftigten je nach Sparte. Da wäre es durchaus möglich, dass sie von uns 50 bis 60 Leute übernehmen. Man kann schauen, ob es nicht ein paar junge, ungebundene Menschen gibt, die in Spezial-Werften nach China oder Malta gehen. Und wahrscheinlich kann man ein paar langjährige Mitarbeiter, die knapp vor der Pension sind, mit einem Sozialpaket sogar erfreuen.“ Die Wirklichkeit – gerade bei der Lufthansa - sieht anders aus. Man besetzt schon heute nicht mehr jede Stelle, die durch Fluktuation frei wird.
Darum geht es Junghans auch gar nicht, seine Schleimspur bis hinauf in die Frankfurter Zentrale ist zwischenzeitlich legendär. Er ist in der Tat als Interessenvertreter für die Mitarbeiter zu einer Belastung geworden.
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