Aeroflot-CEO Vitali Saweljew trat vor die Presse und wirkte alles andere als glücklich. Musste er doch verkünden, dass man etwa 2000 Stellen bei Aeroflot abbauen wird, und zwar innerhalb des kommenden halben Jahres. Noch schlimmer, sollte der Rückgang der Passagierzahlen anhalten, werde man noch einmal 4000 Mitarbeiter entlassen.
Wunschziel schwarze Zahlen
Doch Vitali Saweljew hatte auch eine überraschende Nachricht für die Welt bereit: Man werde 2009 mit schwarzen Zahlen beenden. Konkrete Zahlen wollte er allerdings nicht nennen – und auch nicht, wie sich diese Rechnung zusammensetzt, denn seit Januar verringerte sich die Zahl der Fluggäste sämtlicher russischen Fluglinien um 16,5 Prozent. Vitali Saweljew sagte aber noch etwas, und zwar mit einer gehörigen Wut im Bauch: „Ich sehe für Aeroflot keine Perspektiven in Europa. Niemand will dort die Aeroflot sehen.“
30 neue Maschinen zur Image-Verbesserung
Russlands Verkehrsminister Igor Lewitin sprang Vitali Saweljew zur Seite und relativierte: „Die geplanten Kürzungen werden das Flugpersonal nicht betreffen, weil Aeroflot demnächst 30 neue SuperJet-Flugzeuge bekommen wird, für die das Personal umgeschult wird.“
Gute Aussichten in den USA
Anders als in Europa macht Aeroflot in den USA Punkte gut. Man kann sagen, still und leise erobern die Russen den amerikanischen Markt. Hierzu gehörte zum Beispiel eine Aeroflot-Präsentation in New York und Los Angeles, die überraschend sehr gut angekommen ist.
Jewgeni Batschurin, kaufmännischer Aeroflot-Direktor, sagte: „Jetzt, da die Qualität unserer Dienstleistungen ein neues Niveau erreicht hat, laden wir mit Vergnügen amerikanische Fluggäste ein, von unseren Dienstleistungen Gebrauch zu machen, und sind sicher, dass sie sich an Bord wie zu Hause fühlen werden.“
Lob aus den USA
Die Fachzeitschrift der amerikanischen Tourismusindustrie „Trawel Weekly" lobte: „... ändert die Aeroflot die Standards der Bedienung, der Ausrüstung und vor allem das unfreundliche und unzuverlässige Image der sowjetischen Zeiten und meisterte, wie es scheint, das Wesen des Marketings im amerikanischen Stil.“
Die Ziele
Igor Tschunichin, Leiter der Abteilung Bedienung von Aeroflot sagte: „ Aeroflot ist bestrebt, maximal komfortable Bedingungen für die Fluggäste zu schaffen. Wir haben das Menü verbessert und eine neue Uniform für Stewardessen eingeführt. Wir nehmen auch ständige Befragungen von Fluggästen vor und bemühen uns, ihre Empfehlungen zu berücksichtigen."
Auf der Route Moskau-New York und Moskau-Los Angeles wird die Verpflegung der Fluggäste nach dem A-la-carte-Prinzip organisiert. Sie werden selbst aus dem Angebot der russischen und der europäischen Küche im Bordmenü wählen können. Diese Dienstleistung ist im Ticket-Preis bereits enthalten.
… und dann noch SkyTeam
Die Aeroflot plant, sich 2005 der internationalen Luftfahrtallianz SkyTean anzuschließen, der die Fluggesellschaften Air France, Delta Air Lines, AeroMexico, Alitalia, Czech Airlines und Korean Air angehören.
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