Airlines: Die sogenannten Billigflieger im Rückwärtsgang
Eine aktuelle Studie vom Flughafenverband ADV und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) brachte das Ergebnis, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren auch der Billigflieger-Markt Verluste verzeichnen muss.
Die Studie im Einzelnen:
1. Im Frühjahr 2009 flogen die sogenannten Billigflieger 466 Strecken im In- und Ausland, das sind sieben Prozent oder 30 Linien weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.
2. Die Zahl der Flüge ging um acht Prozent zurück, um 400 auf etwa 4000, obwohl Ryanair und Easyjet ihre Frequenzen ausgeweitet haben.
3. Auf den etwa 4000 Flügen standen allerdings sechs Prozent mehr Sitze zur Verfügung. Die Maschinen bieten durchschnittlich eine Sitzplatz-Kapazität von 158 an.
Wegen der Krise in der Luftfahrt prophezeien die Experten eine „Auslese“, da es an der Börse das bisher gewohnte Wachstum vermutlich nicht mehr geben wird.
Im Visier: die Geschäftsreisenden
War bisher die Zielgruppe vor allem Passagiere mit schmalem Geldbeutel, haben die sogenannten Billigflieger jetzt auch die Geschäftsreisenden ins Visier genommen. Allerdings haben die meisten von ihnen vor allem das Problem, dass ihre Flughäfen abseits der Ziele von Geschäftsreisenden liegen. Schon deshalb, wird dieses Vorhaben von eher bescheidenem Erfolg gekrönt sein. Ryanair, so die Studie, fliegt fast ausschließlich weit entfernte Flughäfen an, wobei die wichtigen Städte für Geschäftsreisende nur durch zeitraubende oft stundenlange Anfahrtswege zu erreichen sind. Neustes Beispiel Flughafen „München-West“, der in Wahrheit „Memmingen“ heißt.
Easyjet dagegen hat bereits reagiert und das Streckennetz nach und nach auch für Geschäftsreisende attraktiver gemacht. Easyjet fliegt bereits 40 der 50 wichtigsten europäischen Städte auf stadtnahen Flughäfen an. Nach eigenen Angaben sollen bereits etwa 25 Prozent des Umsatzes aus dem Geschäftsflieger-Bereich kommen.
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