Air France: Statistiken bringen die Franzosen in die Bredouille
„Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“ Wer kennt diese Aussage nicht. So wurde jetzt eine Statistik bekannt, die besagt, dass Airbus-Maschinen von Air France im Vergleich mit anderen Airlines häufiger abstürzen. Der „Spiegel“ will errechnet haben, dass Air France von 1,26 Flugzeugverlusten pro einer Million Flüge betroffen ist, also vier Mal mehr als bei anderen Airlines. Die Statistik: Seit 1988 verunglückten 19 Airbus-Maschinen, drei davon von Air France. Der „Spiegel“ schreibt, dass Air France ein „klarer und objektiver Blick auf die Leistungen im Bereich der Luftsicherheit" fehle.
Heftige Kritik an den den Piloten
Von zehn Unfällen sollen acht auf menschliches Versagen zurück zu führen sein. Hierzu zählen: Mangelnde Aufmerksamkeit, mangelhafte Entscheidungsprozesse und schlechte Zusammenarbeit von Pilot und Copilot. Dies würde vor allem bei Piloten der Airbus-Maschinen vom Typ A330/340 gelten. Den Flugkapitänen wird vorgeworfen, dass sie sich durch "ein gewisses Maß an Übervertrauen oder gar Selbstgefälligkeit" auszeichnen.
Unglücksflug AF 447: Spekulationen Tür und Tor geöffnet
Diese Vorwürfe sind jedoch nicht neu, sondern werden seit Jahren immer wieder erhoben. Deshalb sah sich Air France wieder einmal gezwungen zu verkünden, dass man bereits im Jahre 2006 alle Mängel beseitigt habe.
Trotzdem schießen Spekulationen wie Kraut aus dem Boden sogenannter Experten: Haben die Piloten des Unglücksfluges AF 447, der vor sechs Wochen über dem Atlantik abstürzte, fahrlässig gehandelt? Sind die Piloten vorsätzlich ein großes Sicherheits-Risiko eingegangen und mit voller Absicht durch die Gewitterzone geflogen, um Kerosin und und Zeit zu sparen?
Spekulationen helfen auch nicht weiter
Man kann zwar solche Fragen stellen, aber ist es auch seriös? Denn es sind Fragen auf die es keine Antworten geben wird, da sich die Piloten nicht mehr rechtfertigen können und auch die akustische Suche nach den beiden Flugschreibern eingestellt wurde.
Solche Fragen beruhen auf Spekulationen, die niemandem weiterhelfen, im Gegenteil, sie beschädigen das Image der Piloten allgemein. Und deshalb stellt sich eine andere Frage fast von alleine: Geht ein Pilot das Risiko ein, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, nur um Kerosin und Zeit zu sparen? Da dies wohl ausgeschlossen werden kann, sollte man mit der Pilotenkritik sehr zurückhaltend sein, vor allem dann, wenn ein Beweis niemals angetreten werden kann.
Die Suche nach den Flugschreibern geht weiter
Nun soll in dieser Woche noch eine einmonatige zweite Suchphase mit „anderen Mittel und anderen Methoden“ gestartet werden. Man will den Meeresgrund mit Tauchfahrzeugen und Schleppsonaren absuchen. Und hierfür soll das französische Meeresforschungsschiff „Pourquoi pas“ eingesetzt werden. Die Erfolgsaussichten sollen jedoch sehr gering sein.
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