Am 1. Juni 2008 haben wir unter Überschrift „Bürger gegen Wirtschaftsbosse: Stuttgart Airport vor einer ungewissen Zukunft“ (
http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-191.html) berichtet, dass es am Stuttgarter Flughafen keinen Ausbau geben wird. Und diese Entscheidung ist nicht zuletzt auf den Ministerpräsidenten Oettinger zurückzuführen. Und genau der hatte als „Badehosen-Flughafen“ den Baden Airport ins Spiel gebracht, von wo aus die baden-württembergischen Ferienflieger starten und landen könnten. Hohn und Spott musste er ertragen, aber die Zeit scheint ihm recht zu geben, denn plötzlich wird diese Alternative ernsthaft diskutiert.
Oettinger und Fundel
Die Gesellschafter des Baden-Airports, die im vergangenen Jahr ihr erfolgreichstes hatten, wären keineswegs abgeneigt die Urlaubsflieger von Stuttgart zu übernehmen. Der Grund ist einfach: In diesem Jahr verzeichnete man einen gewaltigen Einbruch der Passagierzahlen – und die Stuttgarter Flieger könnten diese Scharte wieder auswetzen.
Die „Stuttgarter Zeitung“ schrieb: „
Im April hatte Günther Oettinger etwas flapsig sinngemäß formuliert, wer eine Badehose im Gepäck habe, könnte doch an den Baden-Airport in Söllingen verwiesen werden, um so dem Stuttgarter Flughafen Luft zu verschaffen. Die ebenso flapsige Reaktion von Flughafen-Geschäftsführer Georg Fundel ("Baden-Württemberg ist bekanntlich das Land der Erfinder") hat den Ministerpräsidenten so sehr verstimmt, dass nun sogar Fundels weitere berufliche Zukunft auf dem Spiel steht.“ Über Fundel haben wir bereits berichtet (
http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-1562.html).
Der Weg nach Söllingen ist ein schwerer
Der Baden-Airport lebt momentan vor allem von Ryanair, Air Berlin und Tuifly und könnte schon noch einige An- und Abflüge brauchen. Doch das Problem liegt eindeutig in der Entfernung von um die 100 Kilometer zur Landeshauptstadt. Wie also soll man dann mit seiner Badehose im Gepäck dorthin kommen. Bahnanschluss: Fehlanzeige. Autobahn: mangelhaft und keine eigene Ausfahrt. Der Baden Airport ist für Stuttgarter ein echter Pampa-Flughafen. Und mit dem Auto auf der A8 über Heimsheim und Pforzheim, diesem Dauer-Staugebiet, nach Söllingen zu kommen ist nervtötend. Und über den Schwarzwald zu fahren, das ist Mensch, Umwelt und Auto nicht zumutbar. Deshalb ist auch ein Zubringer-Bus von Stuttgart nach Söllingen keine unbrauchbare Alternative.
Problem Autobahn
Die „Stuttgarter Zeitung“ hat ausgerechnet, dass „… ein Autobahnausbau über den Daumen gepeilt zehn Millionen Euro pro Kilometer. Ein neu gebauter Autobahnkilometer schlägt sogar mit mindestens 20 Millionen Euro zu Buche - eventuell notwendige Tunnels und Brückenbauten noch gar nicht eingerechnet.“ Also ein kaum machbares Projekt.
Problem Bahn
Bleibt noch die Bahn: Von Karlsruhe sind es etwa 35 Kilometer zum Baden Airport, und die einzige Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Bus, der jetzt endlich in kürzeren Abständen fahren soll. Und ein Ausbau einer Bahnverbindung würde laut „Stuttgarter Zeitung“ „... mit 15 bis 30 Millionen Euro pro Schienenkilometer ebenfalls eine Rieseninvestition.“
… und was bleibt?
So bleibt die Zukunft des Flughafens Stuttgart und des Baden Aiports wohl an den Bergen des Schwarzwalds hängen – außer es kommt noch jemand mit dem Vorschlag, den Schwarzwald zu untertunneln, möglichst noch mit einem unterirdischen Abzweig nach Freiburg und zum Euro-Airport in Basel. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass es sich hier um einen Schwabenstreich handelt.