Qantas/Airlines: Airbus in Turbulenzen, die den Airlines immer mehr zu schaffen machen
In schwere Turbulenzen geriet eine Qantas-Maschine vom Typ Airbus A330-300 mit 219 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord. Aufgrund der Turbulenzen auf dem Flug von Hongkong nach Perth sind sieben Menschen verletzt worden. Der Zwischenfall ereignete sich über Borneo.
Klimawandel beeinflusst auch Luftfahrt
Wohl wissend, dass das Flugzeug eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt ist, stellt sich doch die Frage, warum in den letzten Jahren vermehrt Turbulenzen Ursachen für verschiedenste Zwischenfälle waren.
Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Klimawandel auch für die Luftfahrt an Bedeutung gewinnt, sei es durch Stürme, die heftiger denn je sind, sei durch Gewitter, die in ihrer Stärke ständig zunehmen. Die Klimaexperten weltweit prophezeien eine weitere Zunahme von Stürmen und Gewittern.
Egal wo auf dieser Erde, diese Tatsachen haben auch direkte Auswirkungen auf die Luftfahrt. Die vorgegebenen Flugrouten führen nicht selten durch Gebiete, die den Klimawandel besonders zu spüren bekommen haben: Massive Regenfälle, stärker werdende Gewitter mit eine rasanten Zunahme von Blitzen, und auch die Stürme werden immer stärker.
Sind die Flugrouten das Problem?
Trotzdem haben die Airlines an ihren Flugrouten noch keine Korrekturen vorgenommen. Natürlich kann jede Maschine eine Gewitterfront umfliegen, aber man tut das höchst ungern, denn jeder Kilometer mehr kostet die Airlines Geld, das sie eigentlich gar nicht mehr haben. Die Piloten sind in der Zwickmühle, sie alleine müssen entscheiden, welche Maßnahme sie bei einem Wetter vornehmen, dass keine hundertprozentige Sicherheit zulässt. Und kommen dann noch solch verheerende Systemausfälle wie bei der Air-France-Maschine hinzu, haben auch die Piloten keine Chance mehr.
Vom Empfinden der Passagiere
Doch eine Sorge sollte den Airlines grundsätzlich wichtig sein: Wie erleben die Passagiere Turbulenzen? Zwar wird versucht, durch entsprechende Durchsagen aus dem Cockpit und durch zwanghaftes Lächeln der Flugbegleiter die Passagiere in Sicherheit zu wiegen, aber deren Angst fliegt immer mit.
Gehören für die Bordcrews Turbulenzen zu Alltag, ist es für Passagiere ein Horrorerlebnis, wenn die Maschine durchgeschüttelt wird, die Gepäckklappen aufgehen und sie auch noch in eines der viel zitierten „Luftlöcher“ fallen. Und die Vorfälle wegen starker Turbulenzen in letzter Zeit haben die Ängste von Passagieren noch verstärkt – auch bei den sogenannten Vielfliegern.
Das Gefühl des Ausgeliefertseins
Das Problem ist aber, dass von den Airlines selbst immer nur dann eine Stellungnahme erfolgt, wenn wieder einmal ein größerer Turbulenzen-Zwischenfall gemeldet wird. Sie vergessen dabei, dass das Gefühl der Passagiere, sich völlig in die Hand der Piloten zu geben und durch sie stundenlang in Höhen von um die 10.000 chauffiert zu werden, ein großer Vertrauensvorschuss ist. Meldet der Pilot, dass es wieder einmal etwas heftiger „rappelt“, verlässt sich der Passagier umso mehr auf die Flugkünste der Piloten – aber immer mit einem flauen Gefühl im Magen.
„Müssen die „Straßen der Lüfte“ auf den Prüfstand?“
Aus all diesen Gründen muss man zwangsläufig die Frage stellen, ob die bisherigen Flugrouten aufgrund der oben beschriebenen Wetter-Veränderungen einer objektiven Prüfung unterzogen werden müssen. Und zwar nicht nur unter den Gesichtspunkten der kürzesten Route, sondern vor allem nach der ruhigsten und damit sichersten.
Auch wenn, wie beim Absturz der Air-France-Maschine, die Sprecher der Piloten sagten, ein schweres tropisches Gewitter könne man im Prinzip immer durchfliegen, kann dies bereits ein Teil der Unterschätzung der Turbulenzen-Problematik sein.
Alleine im Interesse der Reisenden wäre es angebracht, schnell und öfters Schlechtwetterfronten zu umfliegen – alle würden es den Airlines danken und dafür auch eine etwas längere Flugzeit in Kauf zu nehmen.
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