Airbus-Absturz: Die Suche nach den Ursachen – und noch viele Fragen (1)
So lange die Blackbox nicht gefunden wird, muss alles bisher Geäußerte reine Spekulation bleiben. Nur eines ist sicher, an Bord der Maschine ist kein Feuer ausgebrochen.
Ohne Wertung möchten wir unseren Lesern einmal mit den vielen Hypothesen vertraut machen, die auf eine mögliche Unfallursache hinweisen können. Doch es ist zu befürchten, dass man die Blackboxen niemals finden wird, und wieder einmal kann das Meer vermutlich eine dringend benötigte Antwort nicht preisgeben.
Doch auch Air France scheint wie das Meer zu sein, denn auch die Franzosen bleiben den Angehörigen viele Antworten schuldig, weshalb einige von ihnen bereits die Gerichte eingeschaltet haben. Das Air-France-Management scheint mit dieser Katastrophe total überfordert zu sein.
Die Suche nach der Blackbox ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen
Es ist vor allem ein Wettlauf mit der Zeit: Diese kleine Box, kaum größer wie eine Schuhschachtel, soll bis zu 5000 Meter Tiefe wasserdicht sein und verfügt über einen Sonar-Sender, der bei Kontakt mit Salzwasser sofort mit dem Senden von Signalen beginnt wird. Nur die Blackbox kann genaue Daten und Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit liefern, aber sie kann nur 30 Tage lang ihre Signale senden, um dann für immer zu verstummen. Es ist also ein Wettlauf mit der Zeit, den das Atom-U-Boot „Emeraude“ aufgenommen hat.
Was aber kann zum Absturz geführt haben?
Air France hält es immer für möglich, dass ein Blitz in den Airbus eingeschlagen ist. Dem widersprechen doch die meisten Experten, denn eigentlich sollte ein Blitzeinschlag kein Problem sein. Die Statistik zeigt: Jedes Flugzeug wird im Schnitt alle 1000 bis 1500 Flugstunden mindestens einmal vom Blitz getroffen. Auch die Pilotenvereinigung Cockpit hält diese Unglücksursache für „extrem unwahrscheinlich“.
Piloten haben keinen Notruf gesendet
Hoch über dem Atlantik entstehen für Flugzeuge sogenannte „Funklöchern“, wie man es auch von Handys kennt, deshalb kommunizieren die Piloten über Kurzwelle. Allerdings wurde nirgendwo ein Notruf, das „Mayday“, empfangen. Air France sagte, dass man von der Unglücksmaschine aber zahlreiche automatische Informationen erhalten habe, wonach zahlreiche Instrumente ausgefallen waren.
Massenhafter Ausfall von Instrumenten
Folgendes steht für Air France fest: Innerhalb weniger Minuten ist der Autopilot ausgefallen, ihm folgte eine Minute später das Orientierungs-System, danach fiel der Kabinendruck und dann das komplette Notsystem. Die Folge: Die Besatzung könnte blind weitergeflogen sein und sich auf die Gewitterfront zubewegt haben, ohne es zu bemerken. Doch Experten widersprachen auch dieser Darstellung, denn ein Totalausfall aller Systeme sei unwahrscheinlich, weil diese in diesem Airbus mehrfach vorhanden seien.
Wie gefährlich ist diese Flugroute?
Bei Piloten ist diese Route für ihre heftigen tropischen Gewitter und Stürme berüchtigt, verläuft genau hier der „meteorologische Äquator“, in dem die Luftmassen aus der nördlichen und südlichen Halbkugel direkt aufeinander treffen. Es ist aber nicht selten, dass Piloten Ausweichrouten von mehr als 100 Kilometern fliegen müssen, um die Gewitterfronten zu umfliegen. Anzeichen dafür, dass die erfahrene Air-France-Crew dies unterlassen haben könnte gibt es keine.
Hatte dieses Flugzeug schon vorher Probleme?
Bisher wurde nur ein Vorfall bekannt, als diese Maschine am 17. August 2006 auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle mit einem anderen Air-France-Airbus einen Zusammenstoß verursachte. Allerdings mit nur sehr geringen Beschädigungen, die nichts mit dem Absturz zu tun hatten.
(Fortsetzung folgt)
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