Austrian Airlines: Das Sparpaket reicht hinten und vorne nicht
Bei der AUA geht die Job-Angst um. Auf diesen kurzen Nenner kann man die heutige Situation der AUA bringen. Das gesamte Management ist mit ihrem Latein am Ende, wie man den Anstieg der Schulden bremsen kann. Mayrhubers Ziehsohn Andreas Bierwirth musste jetzt zugeben, dass das Sparpaket in Höhe von 225 Millionen Euro nicht ausreichen werde und Kündigungen in der Verwaltung möglich seien.
Das ist eindeutig eine Bankrotterklärung der Sanierungsbemühungen der Ötsch-Nachfolger. Was aber noch schlimmer ist, das ist die Erkenntnis, dass die ganze Schönrederei über die wahre Lage der AUA auch mit den neuen Managern weitergeht.
So haben Bierwirth und Malanik monatelang behauptet, dass es keine Entlassungen geben wird, bis die Lufthansa das AUA-Ruder übernommen habe. Dabei haben die monatlichen Zahlen der AUA schon lange die Vermutung aufkommen lassen, dass man weiter und in noch größerem Ausmaß in die roten Zahlen fliegt.
Und wieder einmal wurde ein Sprecher nach vorne geschickt, der die Probleme klein reden sollte: Das 225-Millionen-Sparpaket sei so gut wie in trockenen Tüchern und es greife. Aber er fügte noch hinzu, dass bis 2012 weitere 200 Millionen Euro eingespart werden müssen.
225 Millionen Euro Einsparungen ist ein ziemlicher Brocken, aber den Umsatzrückgang durch stark rückläufige Passagierzahlen will die AUA durch Maßnahmen wie Kurzarbeit, Teilzeit, temporären Gehaltsverzicht, Urlaubsabbau, Streckenkürzungen, Stilllegung von Flugzeugen und Entgegenkommen bei Lieferanten und Kunden erreichen.
Und man erinnere sich, dass sich die Manager der AUA darauf festgelegt hatten, dass man im schlimmsten Falle mit einem Umsatz-Rückgang von 15 Prozent 2009 ausgehe. Doch schon im ersten Quartal betrug der Rückgang 16,5 Prozent. Die Ausrede: Das erste Quartal sei traditionell ein schwächeres! Und um sich nicht noch mehr zu blamieren, hat man sich selbst einen Maulkorb angelegt um zu verschweigen, wie es um die Umsätze im zweiten Quartal steht.
Andreas Bierwirth, so ist zu vermuten, bekam von Mayrhuber den Auftrag, folgende Formulierung zu wählen: Die gestiegenen roten Zahlen hätten nichts mit der Übernahme der AUA durch die Lufthansa zu tun, sondern mit den krisenbedingt sinkenden Durchschnittspreisen. Dementsprechend müsse die Kostenstruktur angepasst werden.
Damit meinte er unausgesprochen auch Entlassungen. Und so ist damit zu rechnen, dass bald Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden – aller Dementis zum Trotz.
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