Elbe-Flugzeugwerke: Eine echte Erfolgsgeschichte: Wenn Passagierjets zu Frachtfliegern werden
Wer kennt schon die „Elbe-Flugzeugwerke“ in Dresden? Kaum jemand, obwohl die Werke zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehören. Still und leise wird hier sehr erfolgreich am Umbau von alten Passagierjets zu Frachtmaschinen gearbeitet. 72 Tage dauert es, dann ist aus einer „alten Krücke“, zum Teil über 16 Jahre alte Maschinen, eine praktisch neue Maschine entstanden, die dann noch einmal 20 Jahre in Dienst gestellt werden kann - mit Containern ohne Passagieren an Bord. Das Know-how beruht auf Erfahrungen, die mit MiG-Kampfflugzeugen gemacht wurden. Die Nachfrage ist enorm, denn das Luftfrachtaufkommen wächst rasant, und die traditionellen Flugzeugbauer kommen mit der Produktion nicht mehr nach.
Das einst alte Flugzeug sieht nach seinen 72 Tagen Umbau aus wie neu: moderne Displays und Touchscreens, neues Plastik und neue Polster, aber auch viele neue Teile. Dabei werden die zwei Amerikaner gleich mit einer fast 16 Jahre alten Maschine abheben, die bereits Hunderttausende Kilometer geflogen ist.
Die Zahl der Frachtmaschinen wird sich nach Schätzung von Airbus von derzeit rund 1700 auf 4200 im Jahr 2025 mehr als verdoppeln – und davon werden etwa 2900 – umgerüstete Flugzeuge sein. Das Luftfracht-Aufkommen wird sich in den nächsten 20 Jahren laut Airbus-Schätzungen verdreifachen.
Die ausgedienten Flugzeuge müssen die Frachtunternehmen selbst besorgen. Die „Elbe-Flugzeugwerke“ unterstützen allerdings die Suche. Sie haben sich auf den Umbau des A300 und A310 spezialisiert. Doch wird es immer schwerer, alte Passagiermaschinen zu finden. Es gibt momentan nicht genügend Flugzeuge die für einen Umbau zur Verfügung stehen. Die Airlines lassen ihre Flugzeuge so lang wie wie noch nie in der Luft. Und die sich ständig verzögernden Auslieferungen verschärfen die Situation. Bis zu 150 ältere Flugzeuge haben „Elbe-Flugzeugwerke“ momentan im Auge. Damit würde das Werk gut über die nächsten Jahre kommen. Ab 2011 will man auch auch den Airbus A320 umbauen. Das Flugzeug ist zwar älter, aber in großer Zahl verfügbar, knapp 3500 wurden einstmals ausgeliefert.
Auch die „Elbe-Flugzeugwerke“ leiden unter dem schwachen Dollar, aber die Firma steht mit ihren Zahlen hervorragend da.
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