Czech Airlines (CSA): Piloten unterstützen Privatisierung der CSA
Wir haben schon mehrfach darüber berichtet: Der tschechische Staat hat seinen 92-prozentigen Aktienanteil an der nationalen Fluggesellschaft ÈSA zum Verkauf freigegeben und daher Mitte Januar ein entsprechendes Privatisierungsverfahren eingeleitet.
Vor knapp einem Monat ist die erste Runde des Verfahrens abgeschlossen worden. Nur zwei der vier Bewerber schafften den Sprung in die zweite Runde. Es sind ein Konsortium aus der von der „Island-Air“ dominierten tschechischen Charterflug-Gesellschaft „Travel Service“ und dem tschechischen Reise- und Handelsunternehmen „Unimex Group“ sowie die Fluggesellschaft Air France/KLM. Aus dem Rennen sind dagegen die US-amerikanische Investmentgesellschaft Odien und die russische Fluggesellschaft Aeroflot.
Eine Entscheidung, die auch von den Piloten der ÈSA begrüßt wird: „Ich sehe das als ein positives Ergebnis. Die Regierung hat bei ihrer Entscheidung all die Unterlagen berücksichtigt, die ihr zur Verfügung standen. Das waren sowohl die Pläne der am Kauf von ÈSA interessierten Firmen als auch die Empfehlungen mehrerer Ministerien und der Nachrichtendienste“, sagte der Präsident der ÈSA-Pilotenvereinigung (CZALPA), Filip Gaspar. „In die nächste Runde sind jene beiden Fluggesellschaften gekommen, die über jahrelange Erfahrungen im Flugverkehr verfügen. Das war auch eine der Bedingungen, die unsere Pilotenvereinigung von Anfang an gestellt hatte. Wir sind der Meinung, dass ÈSA gerade in der gegenwärtigen Finanzkrise einen Eigner braucht, der sich in der Branche auskennt und sich nicht erst neu orientieren muss.“
Nach dem „Aus“ für die Russen kritisieren Wirtschaftsexperten mittlerweile jedoch, dass der erhoffte Verkaufspreis von umgerechnet 150 Millionen Euro nun illusorisch sei, weil die Konkurrenz fehle. Und einige Ökonomen befürchten, dass die neue Regierung unter Premier Jan Fischer die Privatisierung sogar ganz stoppen könnte. Das allerdings wäre mehr als töricht, hält der Chef der Pilotenvereinigung, Filip Gaspar, dagegen: „Ich finde, dass die Privatisierung fortgesetzt werden sollte auch um den Preis, dass der Verkaufserlös für den Staat nun geringer ausfallen könnte, als erhofft. Der Staat ist in der jetzigen Krise nicht der ideale Eigentümer. Das zeigt sich vor allem daran, dass er kaum in der Lage ist, auf aktuelle Probleme schnell zu reagieren.“
Sollte die Regierung Fischer bei der Privatisierung von ÈSA bleiben, dann ist mit der Bekanntgabe des neuen Eigentümers voraussichtlich noch bis Ende September zu rechnen.
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