Austrian Airlines: Ist Hans Schmid der Retter der Übernahme-Retter?
Er war bisher das Enfant terrible unter den AUA-Aktionären: Kleinanleger Hans Schmid. Er, der sich bisher vehement weigerte, sein AUA-Aktienpaket zu verkaufen, hat eine Kehrtwendung vollzogen. Er wird nun doch sein Aktienpaket an die Lufthansa verkaufen, und damit ist die Lufthansa fast am Ziel, die erforderlichen 75-Prozent-Aktien-Marke zu erreichen. Morgen ist Tag der Entscheidung.
Wer ist Hans Schmid?
Bis zuletzt hatte Hans Schmid die ÖIAG, die AUA und auch die Lufthansa zur Weißglut getrieben. Am vergangenen Freitag sagte er der österreichischen Tageszeitung „Presse“: „Ich habe beschlossen, mein Aktienpaket zu verkaufen!“ Dabei ist Hans Schmid keiner der ganz Großen, mit einer Stiftung und seinem Familienclan hält er „nur“ fünf Prozent der AUA-Aktien. Die aber hätten der Lufthansa am Ende vermutlich gefehlt. Durch Schmids Verkaufs-Ankündigung dürfte der Lufthansa ein Stein vom Herzen gefallen sein, denn dadurch wurde eine größten Aktien-Hürden aus dem Weg geräumt.
Der 11. Mai ist der „Tag des Herrn“
Morgen jedenfalls ist Tag der Entscheidung. Bis zum 11. Mai, das war eine Bedingung der Lufthansa, müssen 75 Prozent der Aktien in ihrem Besitz sein, und zwar zu einem Preis von 4,49 Euro. Was einst als Dumping-Preis galt, ist heute vielleicht ein Schnäppchen, denn am Freitag war die AUA-Aktie nur noch 3,90 Euro wert. Doch noch wichtiger, jetzt konnte die Lufthansa offiziell an die EU-Kommission den Übernahme-Antrag stellen.
Doch so hundertprozentig steht der Deal noch nicht fest, denn noch steht nur eine Verkaufsankündigung von Schmid im Raum, vollzogen ist noch gar nichts.
Der Vorturner der ÖIAG, Peter Michaelis, verkauft die 41,56-Prozent-Beteiligung mit österreichischem Handkuss, und die Gruppe der Banken, Raiffeisen, Wiener Städtische sowie Bank Austria, verscherbeln ihre sieben Prozent auch recht gerne. Das wären dann etwa 52 Prozent, wenn man den Eigenanteil der AUA mit einberechnet. Dann gibt es auch noch einen weiteren 5-Prozent-Aktionär, der Schweizer Investor Johan McGough, doch der soll anscheinend nur darauf warten sein Aktien los zu werden. Heißt also mit den Aktien von Schmid hätte die Lufthansa 62 Prozent schon in der Tasche. Auch der einst so einflussreiche Kleinanleger-Vertreter Wilhelm Rasinger ist in die Knie gegangen, er empfahl seinen Treuen, ihre gemeinsamen 13 Prozent zu verkaufen. Das Lufthansa-Angebot sei ohne Alternative. Mehr sei nicht drin. Sollte dies so über die Bühne gehen, dann hätte die Lufthansa ihr Ziel erreicht.
Was kann noch passieren?
Vor allem die Klein-Aktionäre sind unberechenbar, und sie sind vor allem noch wütend auf Alfred Ötsch und seinen Busenfreund Michaelis. Allen voran Hans Schmid, der immer wieder betonte: „„Ich habe gekauft, weil der damalige AUA-Chef Alfred Ötsch behauptet hat, das Unternehmen sei saniert.“ Was, wie mittlerweile allgemein bekannt ist, eine glatte Lüge war. Schmid sagte auch, dass sein Okay zum Verkauf der AUA-Aktien keineswegs einen generellen Friedensschluss bedeute: „Ich lasse meine Anwälte gerade die Möglichkeiten für eine Schadenersatzklage prüfen.“
Trotzdem, vermutlich wird man morgen melden, dass die Lufthansa 75 Prozent der AUA-Aktien erworben hat.
Noch in den Sternen steht aber, wie hoch der Übernahmepreis tatsächlich ist, denn auch die AUA-Zahlen aus dem zweiten Quartal sind eine absolute Katastrophe, nachdem auch auch das vielgepriesene Duo Bierwirth/Malanik im ersten Quartal 88 Millionen Euro in den Sand gesetzt hat.
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