Ukrainischer Minister randaliert am Flughafen - eine nähere Betrachtung
Die „Bild-Zeitung“ war die erste und alle anderen Zeitungen griffen diese Meldung gerne auf: Der ukrainische Innenminister Juri Luzenko hat betrunken am Frankfurter Flughafen randaliert und ist von der Polizei abgeführt worden, was auch ein Polizeisprecher heute Vormittag bestätigte.
Wäre es nicht der Herr Innenminister gewesen, man hätte kein Wort darüber verloren. Man vergisst aber, dass auch ein Ukrainer irgendwo in seinem Körper eine russische Seele hat. Und diese Seele befiehlt dem Körper anscheinend, dass man einen Flug mit Alkohol bewältigt.
Hinzu kommt noch, dass sich in Begleitung des Ministers sein Sohn befand. Und ihn in das reale ukrainische Leben einzuführen ist Aufgabe eines jeden ukrainischen Vaters. Man könnte es auch Vorbildfunktion nennen.
Nur so ist zu erklären, dass es auch in der Ukraine zum Airline-Alltag gehört, dass sturzbesoffene Passagiere befördert werden, sofern sie nicht zu sehr unangenehm auffallen. Das unterscheidet die Ukrainer von den Russen überhaupt nicht.
Nun hat der Herr Minister, am Frankfurter Flughafen ohne Privilegien ausgestattet, aber vergessen, dass die Toleranzgrenze bei der Lufthansa wesentlich niedriger als in seinem Heimatland ist. Bei Lufthansa gilt die Faustregel: Besoffen ist Besoffen – egal war er ist. Und der Herr Minister musste die bittere Erfahrung machen, dass ihn eine deutsche Fluggesellschaft behandelt wie jeden anderen Passagier auch.
Die Lufthansa selbst, sehr zurückhaltend mit ihrem Statement, sprach jedoch nur von einem Mann, der aus Kiew kam und nach Seoul weiterfliegen wollte. Er sei nach der Entscheidung, ihn nicht an Bord zu lassen, handgreiflich geworden und habe „deutlich randaliert“. Es sei zu befürchten gewesen, dass es auch an Bord der Maschine zu Pöbeleien gekommen wäre. Deshalb sei die Entscheidung, ihn nicht mitzunehmen und die Polizei einzuschalten, absolut richtig gewesen.
Damit ist die Sache aber noch lange nicht vom Tisch, denn der Herr Minister fühlt sich mit Sicherheit der Würde seines Amtes beraubt. Was heißt: Diplomatische Unstimmigkeiten sind vorprogrammiert! Ein Argument könnte sein: Man hätte den Innenminister in Deutschland ein Stück seiner Kultur, seiner Sitten und Gebräuche beraubt und ihn seinem Sohn gegenüber bloßgestellt. Doch noch schlimmer: Die Lufthansa könnte einen prominenten Passagier für immer verlieren.
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