Austrian Airlines: Lohnkürzungen für Flugbegleiter - doch die Schuldigen kassieren ab
Wäre die Ursache der AUA-Katastrophe die momentane Krise, dann würde sich niemand darüber aufregen, dass auch die Mitarbeiter ihren Teil zu den eingeleiteten Sparmaßnahmen beitragen. Da dem jedoch nicht so ist, führt dies nicht nur bei den Mitarbeitern selbst, sondern auch in der Bevölkerung für großen Unmut. Die Arbeitszeit der Flugbegleiter wird um zehn die Gehälter um fünf Prozent gekürzt, während die Piloten auf 8,5 Prozent ihres Gehalts verzichten sollen. Diesem Ansinnen haben sie aber noch nicht zugestimmt.
ÖIAG-Boss Michaelis kassiert trotz Versagens
Der eigentliche Skandal soll an einem Beispiel dargestellt werden, an der Person Peter Michaelis, Boss der Staatsholding ÖIAG, der einer der Hauptverantwortlichen für die AUS-Misere ist und trotzdem enorme Summen abkassiert. Peter Michaelis verdiente 2007 mehr als 700.000 Euro. Diese Summe ergibt sich je zur Hälfte aus einem Fixum und variablem Teilbetrag. Damit verdient Michaelis mehr als doppelt so viel wie der österreichische Bundeskanzler.
… und Ötsch kassiert auch kräftig mit
Das Debakel um die viel zu spät auf den Weg gebrachte AUA-Sanierung geht zu einem großen Teil zu Lasten von Michaelis, der sich nur durch Schönrederei gemeinsam mit seinem Intimus Ötsch ausgezeichnet hat und so die wahre Situation der AUA vorsätzlich verschleierte. Und trotzdem hat er 2008 kaum weniger verdient. Und er verzichtet trotz seines Versagens auf keinen Cent, sondern kassiert nach wie vor ab.
Der Kanzler bringt es auf den Punkt
Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann sagte zum Problem Michaelis: „Mich stört es, wenn einer viel verdient und keine Leistung bringt. Meine persönliche, private Meinung ist, dass jemand, der bei Post und Telekom nicht in der Lage war, ein Zukunftskonzept zu erarbeiten und beim AUA-Debakel so lange zugeschaut hat, in Zeiten wie diesen für die ÖIAG-Zukunft nicht der Richtige ist.“
Die Entscheidung über eine Veränderung an der ÖIAG-Spitze liegt jedoch bei Finanzminister Josef Pröll, der wiederum verweist auf die Zuständigkeit des ÖIAG-Aufsichtsrates in Personalfragen. Doch dessen Chef Peter Mitterbauer ist ein alter Spezl von Michaelis und hatte ihm erst vor kurzem noch demonstrativ den Rücken gestärkt.
Das finanzielle Problem der Herren Michaelis und Ötsch
Der Vertrag von Michaelis läuft noch bis ins Jahr 2011. Sollte es unter wachsendem politischen Druck zu einer vorzeitigen Vertrags-Auflösung kommen, steht der nächste Skandal vor der Türe: Michaelis würde dann eine Millionen-Abfertigung zustehen. So wie im Fall des Katastrophen-Managers Ex-AUA-Chefs Alfred Ötsch, der seinen Rausschmiss mit 1,1 Millionen Euro vergoldet bekommen hat und diese Summe auch ohne zu zögern kassierte. Das ist der Lohn für das von ihm mit angerichtete Desaster der AUA.
Fazit
Und für dieses Versagen müssen nun die Mitarbeiter büßen. Sie werden also weniger Geld bekommen, während sich die Schuldigen am Niedergang der AUA die Taschen voll mit Euros stopfen. Es sind nicht nur die Banker, es sind auch die sogenannten Manager, die ihre Unternehmen, die sie heruntergewirtschaftet haben, als Selbstbedienungsladen ansehen.
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