Flughafen Hahn/Ryanair: Lufthansa schließt sich Erkenntnissen von airline-bewertungen.eu an
Die Lufthansa hat eine Medien-Offensive gegen den Flughafen Hahn und den sogenannten Billigflieger Ryanair gestartet. Mit Recht! airline-bewertungen.eu hat sich schon oft mit dem Problem Hahn und der Regierung von Rheinland-Pfalz beschäftigt.
Die Fehlleistungen der Politiker
In einer Stellungnahme der Lufthansa war zu lesen: „Rheinland-Pfalz verweigert sich einer realistischen Bestandsaufnahme am Flughafen Hahn. Mit aller Macht soll der ehemalige US-Fliegerhorst gegen jede wirtschaftliche Vernunft subventioniert werden.“
Und genau das haben wir in den News immer wieder aufgezeigt, und wir haben der RP-Landesregierung nachgewiesen, dass bereits 120 Millionen Euro an Steuergeldern im Nirwana des Flughafens verpulvert wurden.
Seit Aufnahme des Flugbetriebs vor über zehn Jahren schreibt der Flughafen Hahn ununterbrochen rote Zahlen, zurzeit 15 bis 20 Millionen jährlich.
Fraport-Abschied hatte gute Gründe
Aus der puren Verzweiflung heraus, dass sich an diesem Dilemma nichts ändert, hat Airportbetreiber Fraport das Hahn-Handtuch geworfen und sich mit einem Defizit in Höhe von 140 Millionen Euro im Februar 2009 vom Hahn verabschiedet. Und Fraport verscheuerte gleichzeitig seine 65-Prozent-Flughafenanteile für einen symbolischen Euro. Und Käufer der 65 Prozent ist das Bundesland Rheinland-Pfalz. So verfügt Rheinland-Pfalz 82,5 Prozent am maroden Flughafen.
Im Prinzip ist der Flughafen Hahn verstaatlicht
Das Wort von Verstaatlichung mit Steuergeldern machte die Runde. Die Lufthansa hierzu: „Ohne Rücksicht auf Steuergelder will das Land den Flughafen betreiben.“ Das entspricht den Vorstellungen von Kurt Beck, seines Zeichens Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, und seines Vollstreckers, Wirtschafts- und Verkehrsminister Hering. Dieser sprach auch davon, dass man erst im Jahre 2016 schwarze Zahlen schreiben werde. Was für ein Illusionismus!
Kurt Beck umarmt O'Leary
Auch für die Lufthansa ist es unverständlich, dass sich Kurt Beck wissentlich in die Arme von Ryanair-Chef O'Leary geworfen hat, um diesen mit absolut unwirtschaftlichen Dumping-Flughafengebühren am Hahn zu halten. Ryanair hat auf dem Hahn zwischenzeitlich einen Passagieranteil von nahezu 100 Prozent. Was nichts anderes heißt, als dass der unberechenbare Michael O'Leary auf dem Hahn das Sagen hat – und Kurt Beck in der Hand, ein zwischenzeitliches politisches Leichtgewicht mit Profilneurose, zumindest was den Flughafen Hahn betrifft.
Die EU-Kommission ermittelt
Die Lufthansa schreibt weiter: „Die Abhängigkeit von einer einzelnen Airline fördert wirtschaftliche Exzesse und zweifelhafte Geschäftspraktiken am Flughafen Hahn. Neben vielen Mitbewerbern will nun auch die EU-Kommission darüber Klarheit. Sie fordert Deutschland unmissverständlich dazu auf, Licht in das Subventions-Dickicht in Hahn zu bringen. Andernfalls droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.“
„Ryanair profiliert sich“, so die Lufthansa, „als Subventionsjäger an deutschen Kleinstflughäfen. Standorttreue geht damit nicht einher.“ Besser kann man es nicht sagen.
Das Vorgehen von Rheinland-Pfalz ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Lufthansa, die im Gegenzug deutlich macht, was sie dem Land Rheinland-Pfalz an wirtschaftlichen Aktivitäten bietet:
1. Catering- und Technikbetriebe in Alzey
2. Call-Center in Hahn über 800 Mitarbeitern, von auch mittelständische Unternehmen in der Region partizipieren.
3. Lufthansa bezieht seit Jahren einen bedeutenden Teil ihres Weinangebots aus Rheinland-Pfalz.
4. Von den etwa 37.000 in und um Frankfurt Beschäftigten des Konzerns haben viele Tausend ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, damit einhergehend Steuereinnahmen und Konsum.
Doch man darf nicht vergessen, dass die Lufthansa im Prinzip zu spät auf den Zug der Skeptiker und Kritiker aufgesprungen ist. Damit wurde viel wertvolle Zeit verspielt. Und noch etwas: Hätten die Verantwortlichen der Lufthansa unsere News von Anfang an gelesen, dann wären ihnen viele negative Überraschungen erspart geblieben, denn alles, wirklich alles, was die Lufthansa beklagt, stand schon vor Monaten in unseren News. Aber: Besser jetzt als gar nicht.
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