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Airline News easyJet




04.03.2009 19:16 Uhr
» Übersicht » Airlines » easyJet
Easyjet: Medizinische Ausrüstung wie in einem PKW
In den USA gibt es die Vorschrift, dass alle Flugzeuge, die mehr als zwölf Sitzplätze haben, mit Defibrillatoren ausgestattet sein müssen, die mit Stromstößen ein Herz wieder zum Schlagen bringen können. In Deutschland gibt es eine solche Vorschrift nicht. Umso erfreulicher ist es deshalb, dass die Lufthansa und auch Air Berlin zumindest ihre Langstrecken-Flugzeuge auf freiwilliger Basis damit ausgerüstet haben.

„Wer Herzprobleme hat, sollte nicht mit Easyjet fliegen“
Nicht so aber der sogenannte Billigflieger „Easyjet“, hier gibt es in den Maschinen weder Ärztekoffer noch Defibrillatoren an Bord. Dies wurde einem Passagier beinahe zum Verhängnis, das berichtete „20 Minuten Online“ - ein Internet-Portal in der Schweiz – unter der Überschrift: „Wer Herzprobleme hat, sollte nicht mit Easyjet fliegen“.

Am 23. Februar, 15 Minuten nach dem Start von Basel nach Berlin, sackte ein Passagier bewusstlos in seinem Sitz zusammen. Die herbeigerufenen Flugbegleiter konnten von Glück reden, dass eine Reihe vor dem Patienten der diplomierte Rettungssanitäter Markus Grünenfelder saß, der gegenüber „20 Minuten Online“ unglaubliches schilderte: „Dem Passagier ging es sehr schlecht, sein Herz schlug langsam“, berichtet Grünenfelder. Deshalb habe er die Stewardessen des Airbus A319 aufgefordert, ihm unverzüglich den „Notfallkoffer“ zu bringen. Mit den darin enthaltenen Geräten wollte er dem Patienten eine Infusion legen, um ihn zu stabilisieren und notfalls lebenswichtige Medikamente verabreichen zu können.

Kein Notfallkoffer an Bord<(b>
Grünenfelder traute seinen Ohren nicht, als ihm die Stewardess zuflüsterte: „Wir haben kein Notfallset an Bord, gar nichts dergleichen.“ Grund wäre, dass Easyjet bei Notfällen innerhalb von 20 Minuten auf einem Flughafen mit medizinischer Ausrüstung landen könne.

„20 Minuten Online“ fragte bei Easyjet-Sprecher Oliver Aust nach, der bestätigte den Vorfall und auch das Fehlen des Notfallkoffers: „Wir führen keine Defibrillatoren und Infusionen an Bord, gabt Aust unumwunden zu. Auf Easyjet-Flügen hat die Crew lediglich einen Erste-Hilfe-Kasten an Bord.
Easyjet spart bei Passagiersicherheit
Zurecht stellt sich wieder einmal die Frage, ob es ausreicht, dass an Bord eines Flugzeuges lediglich ein kaum besserer Erste-Hilfe-Kasten wie in jedem Auto vorgeschrieben vorhanden ist? Rechtlich ja, denn die EU-Vorschriften sagen, dass Airlines keinen Arztkoffer mitführen müssen.
So kommt „20 Minuten Online“ zu dem Schluss: Easyjet spart bei Passagiersicherheit! Und Grünenfelder sagte: „Dass Easyjet keine Notfall-Sets in den Flugzeugen mitführt ist ein Skandal. Ohne medizinische Instrumente konnte ich den Patienten nicht richtig behandeln. Easyjet spart hier am falschen Ort. Heute sind in der Schweiz bekanntlich Bahnhöfe und auch Telefonkabinen mit Defibrillatoren ausgestattet - und sogar auf dem Aussichtsturm des Berner Münsters befindet sich einer.“

Die Kosten sind minimal
Ein einfacher Vergleich beweist: Ein neuer Airbus A319 kostet laut Listenpreis rund 50 Millionen Dollar – ein Ärztekoffer hingegen vergleichsweise lediglich um die 800 Euro. Ein Defibrillator kostet etwa 1600 Euro. Ein Notfall-Koffer kostet also insgesamt ca. 2400 Euro - für Easyjet offenbar zu viel. „20 Minuten Online“: Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten es sich also gut überlegen, ob sie weiterhin mit dem sogenannten Billigflieger in die Luft gehen.

Glücklicherweise überstand der Passagier den Kreislaufkollaps: Am Flughafen Berlin erwartete ihn bereits eine bestens ausgerüstete Ambulanz der Rettungsdienste Königs-Wusterhausen.

Fazit: Es wird höchste Zeit, dass die EU für alle Airlines zwingende Vorschriften erlässt, wie eine medizinische Ausstattung an Bord auszusehen hat. Finanzielle Gründe können auch die Billigflieger nicht als Ausrede benutzen, dazu sind die Beträge einfach zu gering. Der Nutzen jedoch ist im Notfall mit der notwendigen Ausstattung umso größer. Sogenannte Billigflieger dürfen einfach nicht auf Kosten der Sicherheit sparen – die EU ist gefragt!

Und noch was: Wussten Sie schon, dass es rund 100.000 sogenannte medizinische Zwischenfälle an Bord von Flugzeugen im Jahr gibt? Interessanter jedoch ist diese Zahl: Alle fünf Minuten meldet ein Passagier dem Bordpersonal ein gesundheitliches Problem – mal was Ernsthaftes, mal was Leichteres.




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