Was man beim Fliegen mit Tieren unbedingt beachten muss
Liebe Freunde der zivilen Luftfahrt,
die gute Nachricht zuerst: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Und die Buchungszahlen beweisen, dass die Reisefreude der Deutschen ungebrochen ist – der Krise zum Trotz.
Doch mit dem Urlaub stellt sich für Tierfreunde Jahr für Jahr die Frage, was mache ich mit meinem Haustier? Der Überflieger möchte heute den wirklich nicht wenigen Tierfreunden einige Tipps geben, warum es im Prinzip kein Problem ist, sein Haustier per Flugzeug mit in den Urlaub zu nehmen.
Reisen mit dem Haustier boomt
Die Zahl der Menschen, die ihre Vierbeiner mit in den Urlaub nehmen, hat 2008 einen neuen Rekordstand erreicht, und selbst Kanarienvögel oder Wellensittiche wurden in Flughäfen gesichtet. Einige Zahlen verdeutlichen dies: Alleine mit Air Berlin flogen im vergangenen Jahr weit über 75.000 Tiere, bei TUIfly waren es etwa 22.000 Tiere, und gerade bei TUIfly hat man erkannt, dass immer mehr Menschen auf ihr Haustier auch im Urlaub nicht verzichten wollen: „Hunde und Katzen sind an Bord unserer Maschinen gern gesehen.“
... und wie reisen Tiere im Flugzeug?
Es stellt sich aber immer wieder heraus, dass Passagiere nicht wissen, was man vor dem Abflug alles beachten muss, da praktisch jede Airline ihre eigenen Vorschriften hat.
In der Kabine
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens, das Tier kann in der Kabine mitreisen oder zweitens, es tritt die Reise im Frachtraum an. Erlaubt eine Fluggesellschaft die Mitnahme an Bord, dann gilt die Faustregel: die Transportbox darf die Größe von 55x40x20 Zentimetern nicht überschreiten, und sie darf mit Tier nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen.
Herrchen oder Frauchen sollten darauf achten, dass ihr Liebling auch genügend Luft bekommt, denn die Kabine selbst ist für Tiere ein absolutes Tabu. Raus darf es bei keiner Airline – auch nicht auf den Schoß, und selbst der Kopf muss in der Box bleiben. Es gibt auch nur einen Platz für die Box: am Boden, zwischen den Beinen. Air Berlin beispielsweise schreibt vor: „Der Behälter darf zu keiner Zeit, auch nicht bei Kauf eines Extrasitzes, auf den Sitzplatz gestellt werden.“ Das heißt, nur kleine Tiere können an Bord mitreisen, die anderen müssen in den Frachtraum.
Im Frachtraum
Und auch hier gibt es genaue Vorgaben: Für den Transport im Laderaum muss der Reisende eine sichere und sehr stabile Transportbox mitbringen, in der das Tier auch ausreichend Platz hat. Für alle Airlines gilt: In jeder Transportbox darf nur ein Tier befördert werden, dem für den Flug ausreichend Wasser und Futter zur Verfügung stehen muss. Die Näpfe oder sonstigen Behälter müssen von außen befüllbar sein.
Gewichtsgrenzen beachten
Aber Vorsicht: Die Vorgaben hierfür können sich von Airline zu Airline unterscheiden, da kann ein Kilo zu viel schon das Ende der Reise bedeuten, bevor sie begonnen hat. Es ist unverzichtbar sich bei seiner Fluggesellschaft nach der Gewichtsgrenze zu erkundigen und vor allem zu Hause genauestens zu wiegen. Toleranzgrenzen gibt es im Prinzip keine.
Die Buchung
Und noch eines ist wichtig: Melden Sie ihr Tier rechtzeitig an, am besten, wenn Sie Ihren Flug für sich selbst buchen. Ist dies nicht möglich, dann ist zu beachten, dass man seinen Tiertransport rechtzeitig anmeldet: Bei Air Berlin muss man das mindestens 48 Stunden vor dem Abflug, bei der Lufthansa mindestens 24 Stunden. Die Anmeldefristen sind bei Airline unterschiedlich.
Die Kosten
Umsonst fliegt natürlich auch der beste Freund des Menschen nicht. Einmal sind es die Kosten für die Transportbox und dann natürlich das „Haustier-Ticket“. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, aber durchaus im Rahmen und richten sich nach der Streckenlänge.
Einige Beispiele: TUIfly kassiert pro Strecke und Tier 25 Euro auf internationalen Flügen und 29,75 Euro innerhalb Deutschlands, wenn das Tier in der Kabine mitreist. Die Reise im Frachtraum kostet 30 Euro (international) bzw. 35,70 Euro (national). Air Berlin verlangt pro Tier in der Kabine 20 Euro und im Frachtraum 30 Euro auf Kurz- und Mittelstrecken.
Passagiere der Lufthansa haben es da um einiges besser: Innerhalb der Freigepäckgrenze sind Tiere im Handgepäck auf innerdeutschen Flügen völlig kostenlos. Auf internationalen Flügen gilt: Das Tier kostet sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum zehn Euro pro Kilogramm Gewicht – inklusive der Transportbox. Lufthansa bietet auch noch einen Extra-Service: An den Check-in-Schaltern gibt es eine so genannte „Pet Box“ gratis.
Was man sonst noch beachten muss
Für jedes Tier, besonders aber für Hunde, ist eine Reise in einer Box eine Herausforderung. Deshalb ist es unverzichtbar, ein Tier auf eine Reise vorzubereiten, ja sogar zu trainieren, damit es die Flugreise auch gut übersteht. Man kann das Tier an die Box gewöhnen, in dem man es schon daheim darin schlafen oder fressen lässt.
Und dann gibt es auch noch die Formalitäten. Jedes Tier braucht einen Tierpass. Wer mit Hund oder Katze ins Ausland reisen möchte, benötigt für die Vierbeiner das blaue EU-Dokument – allerdings nützt in Großbritannien, Irland oder Schweden auch dieses nichts, denn dort gelten besonders strenge Einreisevorschriften für Tiere.
Fazit
Sie sehen also, es ist unverzichtbar, sich auf eine Flugreise mit einem Tier besonders vorzubereiten. Vor allem muss man alles genau den Vorschriften der Fluggesellschaft entsprechend planen. Nur so wird sich Ihr Tier mit Ihnen gemeinsam am Urlaubsort wohl fühlen.
So wünscht Ihnen der Überflieger eine tierisch guten Flug und grüßt Sie bis zu nächsten Woche recht herzlich
Der Überflieger freut sich über Post an: ueberflieger@airline-bewertungen.eu
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