Es ist erstaunlich, aber noch immer hat sich die Mehrzahl von Flugreisenden nicht die einfachsten Spielregeln für ein vernünftiges Miteinander am Boden und an Bord verinnerlicht. Täglich kann man beim Fliegen die Krise bekommen, wenn sich Mitreisende nicht an die einfachsten Spielregeln halten. Und es sind wirklich nicht nur Passagiere die alle Jahre einmal in ein Flugzeug steigen.
Man kann dieses Verhalten durchaus mit dem Autofahren vergleichen. Da werden plötzlich aus biederen Mitbürgern wahre Schreckgespenster. Es scheint, als würde beim Einsteigen in ein Auto oder in ein Flugzeug ein Schalter umgelegt, der die Psyche eines Menschen verändert: Rücksichtslosigkeit, Drängeln und purer Egoismus bei Menschen, die sonst völlig normal sind.
Das Boarding
Was passiert da eigentlich? Ein gutes Beispiel ist das Boarding. Sogenannte Billigflieger vergeben nur gegen Aufpreis reservierte Sitzplätze. Da könnte man noch verstehen, dass es ein großes Gedränge gibt, aber man erlebt es auch bei Flügen, die ausschließlich reservierte Plätze anbieten. Da wird gestoßen und gedrängelt, als würde bereits schon vor dem Flug Lebensgefahr bestehen.
Ein wahrer Wettlauf zu den Bussen folgt, obwohl man weiß, dass die, die zuletzt kommen, als erste wieder aussteigen und als erste das Flugzeug besteigen werden. Dass sich diese Erkenntnis immer noch nicht herumgesprochen hat, dürfte wohl eines der letzten Rätsel der Luftfahrt sein. Hierzu gehört auch, dass es anscheinend noch nicht bekannt ist, dass ein Flugzeug erst dann startet, wenn alle Passagiere an Bord sind.
An Bord
Doch an Bord geht die Rücksichtslosigkeit oft noch weiter, und zwar beim Verstauen des Gepäcks in den Ablagefächern. Besonders dann, wenn die Ablagen teilweise schon belegt sind. Schnell bildet sich ein Stau, und die ersten Unmutsäußerungen sind zu hören, und zwar von Passagieren, die sich kurz danach genau so verhalten.
Ganz schlimm wird es dann, wenn eine Gruppe mit Rucksäcken auf der Suche nach einer freien Ablage ist. Dann gibt es kein Durchkommen mehr, und auch die freundlichsten Stewardessen haben keine Chance mehr, zu den Stauverursachern vorzudringen, um ihnen behilflich zu sein.
Der Sitzplatz
Kaum rücksichtsvoller geht es zu, wenn man sich erschöpft in den Sitz fallen lässt und der Hintermann – oder die Hinterfrau - einen heftigen Schlag gegen die Knie bekommt – Meniskus-Schäden nicht ausgeschlossen. Dann beginnt der Reisende mit dem Einrichten seiner gewünschten Sitzposition, kämpft um eine Armlehne und um die richtige Stellung des Sitzes, um damit die hinter ihm sitzende Person in Nöte zu bringen. Es bleibt ein Geheimnis, warum man sich mit seinen Hintermann nicht abspricht oder ihn zumindest warnt, dass man seine Lehne verstellt. Selbst dann nicht, wenn bereits die Getränke serviert wurden, was nicht selten zu fatalen Folgen führt. Und noch was: Es ist ein Irrtum zu glauben, dass in Dreierreihen dem Mittelmann zwei Lehnen gehören.
Die Landung
Und dann, bei der Landung, kommt es noch immer vor, dass die Passagiere klatschen. Man sollte alle Reisenden dazu verdonnern, sich während und nach der Landung auf ihre Hände zu setzen, um nicht in die Versuchung zu kommen, Beifall zu spenden, denn Beifall gehört der Vergangenheit an und ist bei der Crew alles andere als beliebt. Man klatscht ja auch nicht, wenn man von einem Taxi an sein Ziel gebracht wurde.
Das Aussteigen
Beim Aussteigen wiederholt sich praktisch alles wie beim Einsteigen auch. Obwohl der Shuttle-Bus erst los fährt, wenn er auch voll ist, drängen sich die Reisenden, um zuerst im Bus zu sein. Und sie vergessen, dass auch jetzt die Ersten die Letzten sein werden.
Fazit
Der Überflieger will nichts Pauschalieren, denn nicht auf jedem Flug geht es so zu, wie beschrieben, aber doch kommt es immer vor. Die Crews können ein Lied davon singen. Mit ein wenig mehr Rücksicht beim Fliegen, wäre allen geholfen – schließlich sitzen alle Passagiere in einem Boot – pardon in einem Flugzeug.
In diesem Sinne grüßt Sie bis nächste Woche
Ihr Überflieger
Der Überflieger freut sich über Post an: ueberflieger@airline-bewertungen.eu
Post an den Überflieger:
Kommentar von Sandra aus Österreich:
Hallo Überflieger :)
Kommt mir sehr bekannt vor.
Ich amüsiere mich über diese hektischen Leuten, irgendwie glauben die, dass das Flugzeug ohne sie abfliegt. Da wird zum Baording aufgerufen, der Flieger steht angedockt an der Pier und alle sitzenden Leute springen auf und hetzen wie die aufgescheuchten Hühner zum Schalter. Mein Freund und ich schauen sich an, lächeln nur und warten seelenruhig. Erst als die letzten Passagiere dort stehen, machen wir uns gemütlich auf den Weg, zeigen die Bordkarte her und können bequem zu unseren Sitzplätzen gehen.
Beim Rückflug mußten wir leider als erster an Bord gehen, da sie zuerst die letzten Reihen aufgerufen haben. Sichtlich beunruhigt wurden einige Passagiere weggeschickt, obwohl groß am Gate stand welche Reihen zum Boarding dran sind.
Beim Rückflug hatten wir etwas Verspätung wegen einem Gewitter konnten wir nicht starten, so hatten wir bei der Ankunft in Madrid nur mehr 45 oder waren es 30 min zum Umsteigen. Ein Päarchen hat bei der Passkontrolle gepöpelt weil ein Flughafenangestellter mit einem Rollstuhlfahrer nach vor gefahren ist. die 2 haben sich vorgedrängt. Sie reagierten nicht auf die Zurufe, der anderen Personen...
Obwohl sie so in Panik waren, wir kamen erst 5 Minuten später durch, fuhren wir mit der gleichen TerminalBahn und kamen dann fast zeitgleich durch die Sicherheitskontrolle. Es war knapp, aber wir kamen ohne zu hetzten an Board unserers Flugzeuges. Wenn wir ihn verpasst hätten, wären wir eben mit dem nächsten Flieger geflogen, war die gleiche Fluglinie und bei Verspätungen bekommt man ja so und so Ersatz und wenn am gleichen Tag nichts mehr geht auch ein Hotel.
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