Niki Lauda wird 60: Ein polarisierender Österreicher
Niki Lauda eine unbestrittene Formel-1-Ikone, aber heute ein nicht unumstrittener Unternehmer, wird am 20. Februar 60 Jahre alt. Und es ist schon dreißig Jahre her, dass aus dem erfolgreichen Rennfahrer ein Airline-CEO wurde, mit vielen Höhen und Tiefen.
Niki Lauda ist ein Selbstdarsteller, der mit seiner roten Kappe kokettiert und sie nur bei ganz besonderen Anlässen absetzt – beispielsweise wenn er als Kommentator von Formel-1-Rennen bei RTL vor einer besonderen Leistung eines Rennfahrer sozusagen den Hut zieht.
Sein Kopf ist gezeichnet von seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976, aber dies hat ihn niemals an seinen Vorhaben gehindert – im Gegenteil. Für ihn waren alle Rückschläge, egal welche, neue Motivation und machten ihn noch ehrgeiziger, manche sagen kaltschnäuziger.
Seinen wohl schwersten Schlag als CEO erlitt er, als im Mai 1991eine Boeing 767 seiner noch jungen „Lauda Air“ kurz nach dem Start in Bangkok abstürzte und 223 Menschen starben. Danach sagte er in einem ZDF-Interview: „Ich habe überlegt, als Unternehmer aufzuhören, und ich hätte es auch getan, wenn sich herausgestellt hätte, der Absturz wäre auf einen Fehler meines Unternehmens zurückzuführen.“ Nachdem jedoch alle Untersuchen ergaben, dass es technische Probleme waren, die Schuld nicht bei „Lauda Air“ zu suchen waren, machte Niki Lauda weiter.
Ein ständiger Kampf mit der Austrian Airlines
Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein erbitterter Konkurrenzkampf mit der Austrian Airlines, den Lauda Stück für Stück verlor. 1997 kaufte die AUA 36 Prozent der „Lauda Air“, erhöhte nochmals ihre Anteile und übernahm im Jahre 2002 „Lauda Air“ mit Mann und Maus. Diese Niederlage hat Niki Lauda bis heute noch nicht überwunden. Noch heute behauptet er, seine „Lauda Air“ sei besser strukturiert gewesen, und er alleine hätte die lahme AUA wieder auf Trab gebracht. „Ich habe die politischen Netzwerke, die hinter der AUA gestanden sind, absolut unterschätzt. Doch das Resultat sehen wir heute noch. Die AUA fliegt mit einer falschen Struktur seit acht Jahren den falschen Kurs, sonst müssten wir unsere AUA nicht an die Lufthansa „verschenken“. Das ist der schlimmste Bankrott für Österreich, der je passiert ist.“
Die Gründung von „Flyniki“
Doch Niki Lauda steckte auch diese Niederlage weg. Er gründete im Jahre 2004 die Billig-Fluglinie „Flyniki“ in Zusammenarbeit mit Air Berlin. Die heute durchaus erfolgreich fliegt. Doch wenig glaubhaft ist seine Aussage:
„Das Problem, überhaupt mit der Fliegerei Geld zu verdienen, das ist es, was mich fasziniert.“ Und er lobt seine Geschäftspolitik: „Wir sind nicht fremdfinanziert, wir haben keinen Betriebsmittelkredit von irgendwelchen Banken. Wir leben von unseren verkauften Tickets“. Und natürlich behauptet er, dass er die Krise bisher nicht spüre. Viele Passagiere würden jetzt mehr auf den Preis schauen und deshalb bei „Flyniki“ buchen.
Der Selbstdarsteller Lauda
Als Mensch ist Niki Lauda ein perfekter Selbstdarsteller, der gerne mit drastischen Worten vor laufenden Kameras den Menschen die Welt erklären will. Seine „Patent-Rezepte“ kann er auswendig herunterbeten – und Widerspruch hat er nicht gerne, es macht ihn sogar zornig. Er wirkt rechthaberisch und er hat in Österreich das Problem der Akzeptanz als Unternehmer, während seine Formel-1-Analysen auch in der Fachwelt hoch geschätzt sind. Zurückziehen will er sich nicht, im Gegenteil. Er hat noch große Pläne, über die er nicht reden will, auch nicht an seinem 60. Geburtstag, den er am liebsten gar nicht feiern möchte. Aber auch das nimmt ihm keiner ab.
Sind Sie mit Niki geflogen?
Kommentare
bisher 0 Kommentare
Kommentar abgeben
zum Thema: Niki Lauda wird 60: Ein polarisierender Österreicher
Bitte geben Sie eine gültige Email an, denn Sie bekommen eine Bestätigungsmail für Ihren Kommentar. Ihre Email Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben und Sie erhalten auch keine weiteren Mails von uns. Kommentare mit einer ungültigen Mail können wir leider nicht frei schalten.