Nur für Außenstehende ist es eine Überraschung, dass die Dubai-Airline Emirates enorme Expansionsgelüste nach Europa hat. Mehr als jede andere arabische Airline. Ziel von Emirates ist es, in absehbarer Zukunft im europäischen Konzert der ganz großen Airlines mitzuspielen.
In Europa sieht Emirates den großen Markt der Zukunft, besonders Osteuropa hat es den Scheichs angetan. In Dubai hat man genau beobachtet, wie sich die Lufthansa mit der Übernahme der Austrian Airlines auf den Weg nach Osteuropa macht. Und dieses Feld möchte man den Deutschen auf keinen Fall kampflos überlassen. Lufthansa wies durch einen Sprecher diese Expansions-Vorwürfe zurück: Konsolidierung sei unverzichtbar, um den Luftfahrtstandort Europa zu stärken.
Ist es Rache für die Verweigerung weiterer Landerechte?
Einer der Hintergründe dürfte wohl sein, dass man bei Emirates sauer darüber ist, dass man in Deutschland auch in den nächsten Jahren keine weiteren Flughäfen anfliegen darf.
Zumindest bis zur Eröffnung des neuen BBI in Schönefeld bleibt es bei Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Alle Versuche, schon jetzt Berlin und Stuttgart anfliegen zu dürfen, scheiterten an der Kanzlerin persönlich, die der Lufthansa noch ein paar Jahre Luft verschaffen möchte. Momentan fliegt Emirates 49 Mal in der Woche deutsche Flughäfen an, Lufthansa dagegen ihr Drehkreuz Dubai nur etwa 14 Mal.
Die Emirates-Sprache wird aggressiver
Emirates-Manager Andrew Parker wird in seiner Wortwahl immer schärfer. Er spricht von der Lufthansa nicht mehr als Mitbewerber, sondern als Gegner, der alles dominieren möchte. Konsolidierung in Europa zeigt die Gefahr einer Monopolstellung – und diesem Bestreben möchte Emirates ein Gegengewicht setzen.
Unter beiden Fluggesellschaften herrscht ein erbitterter Konkurrenzkampf. Der Lufthansa droht aber in ganz Europa ein ernstzunehmender Widersacher: Emirates will sich in Europa etablieren und ein dichtes Streckennetz aufbauen, auch in Spanien und vor allem in Italien, mit günstigsten Preisen und außergewöhnlichem Service.
Und noch einen Trumpf möchte Emirates ausspielen: Die Airlines möchte als erste Fluggesellschaft mit einem A380 in Frankfurt landen – noch vor der Lufthansa, die vermutlich erst Ende dieses Jahres ihren ersten Superflieger erhalten wird. Es ist zwar nichts weiter als ein Prestige-Kampf, aber die Araber erhoffen sich dadurch einen Image-Gewinn, vor allem in Deutschland, um der Lufthansa ihre Stärke zu demonstrieren.
Eindeutig ist auch die momentane Strategie von Emirates, keine anderen Airlines zu übernehmen. So sollen einige europäische Airlines den Scheichs wie warmes Bier angeboten worden sein, aber Emirates will sich aus eigener Kraft in der Welt der großen Airlines etablieren. Wie weit Emirates aufgrund der momentan schwierigen Situation aller Airlines tatsächlich gehen wird bleibt abzuwarten, aber auch mit Geld kann Emirates der Lufthansa Paroli bieten.
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zum Thema: Emirates auf dem Weg nach Europa
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