Schaut British Airways zum wiederholten Mal in die transatlantische Röhre?
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die strategische Seriosität vieler Fluggesellschaften an die Wand gefahren wird. Kein Tag vergeht mehr, ohne dass wieder neue Fusionsgerüchte gemeldet werden, um dann am nächsten Tag als reine Spekulation bezeichnet zu werden. Die weltweite Finanzkrise, von der auch nicht wenige Fluggesellschaften betroffen sind, wirbelt alles durcheinander und macht vor keiner Airline halt.
Jetzt ist British Airways (BA) an der Reihe, die in einer kurzen Pressemitteilung weiterhin ihr Interesse an einer Kooperation mit den Airlines American und Continental bekundete. Eine etwas zweifelhafte Rolle spielt hierbei Continental-Chef Larry Kellner, der die Fusionsgespräche mit United Airlines platzen ließ, um American-Boss Gerard Arpey schöne Augen zu machen. Dies wiederum rief die BA-Manager auf den Plan, die ihr Transatlantik-Geschäft gefährdet sehen, das immerhin 80 Prozent ihres Gewinns ausmacht. Sie wollten nicht noch einmal als Verlierer dastehen, wie in Phase umfassender Konsolidierung in Europa, als Air France und Lufthansa die großen Gewinner waren.
Schon immer turtelten BA und America miteinander, versprach man sich doch von der Liberalisierung des Luftverkehrs zwischen den USA und der EU eine Spitzenposition. Man setze alles auf eine Karte, auf das so genannte Open-Sky-Abkommen, das Ende März 2008 in Kraft getreten ist. Doch so liberal, wie sich dies BA und America vorgestellt hatten, war dieses Abkommen dann doch nicht: Die Bush-Regierung hatte es kategorisch abgelehnt, dass Auslandsbeteiligungen an US-Airlines von 24,9 auf 49 Prozent erhöht werden können. Damit sind vorerst die ganzen Kooperationspläne auf Eis gelegt, und die Gesichter der Manager gleichen schierer Verzweiflung. Da die Hoffnung jedoch zuletzt stirbt, baut man jetzt auf positive Ergebnisse einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen der EU und den USA, die noch für diesen Monat geplant sind. Doch so richtig glaubt niemand an ein Ergebnis, denn vor den anstehenden Präsidentenwahlen in den USA werden wohl keine Nägel mit Köpfen gemacht.
Es scheint so, als hätte zumindest kurzfristig die BA wieder auf das falsche Pferd gesetzt – und das ist alles, nur nicht „very british“!
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