Statt Katastrophengerede besser mit Optimismus ins neue Jahr
Liebe Leserinnen und Leser,
ganz ehrlich, ich kann dieses Gejammere um die bevorstehende Rezession nicht mehr hören. Ich frage mich schon seit Wochen, wo eigentlich der Optimismus bleibt, denn Wirtschaft hat eben doch sehr viel mit Psychologie zu tun. Doch nichts davon: Selbst die Kanzlerin redet vom kommenden Jahr als das Jahr der schlechten Nachrichten, und in diesen Chor stimmen alle mehr oder weniger lautstark mit ein. Ich werde den Verdacht nicht los, dass ein wahres Wettrennen um die schlechtesten Prognosen begonnen hat, um die jeweiligen Ideologien zu positionieren, schließlich steht ein Mammut-Wahljahr vor der Türe. Und fest gemacht werden diese Prognosen an der in der Tat schwächelnden Autoindustrie, obwohl deren Aufschwung von allen Experten bereits für die zweite Hälfte des nächsten Jahres vorhergesagt wird.
Optimismus in der Reisebranche
Doch es gibt auch eine optimistische Branche, die Reisebranche. Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), widersprach für seinen Verband den pessimistischen Prognosen. Er sagte vor einigen Tagen: „Unter dem Strich werden die Reiseveranstalter wie im Vorjahr voraussichtlich um etwa drei Prozent beim Umsatz zulegen.“
Doch ganz ohne Einbußen wird es auch bei den Reiseveranstaltern nicht gehen. Man befürchtet einen Rückgang von zwei bis drei Prozent im Sektor der sogenannten 600-Euro-Urlaubsreisen, aber eine Zunahme im Bereich der hochpreisigen Reisen. Die Deutschen werden, so eine Umfrage, eher auf irgendwelche Anschaffungen verzichten als auf die schönsten Wochen des Jahres.
Beispiel Rom
Diese Aussagen treffen im Wesentlichen auch auf Österreich und die Schweiz zu – nicht aber auf die USA. Dort hat die momentane Krise völlig andere Dimensionen als bei uns.
Es gibt eine aktuelle Untersuchung über die Entwicklung des Tourismus in Rom innerhalb der letzten drei Monate. Rom hat in der Bettenbelegung einen wahren Einbruch erlitten, alleine im Oktober verzeichnete man ein Rückgang in der Belegung von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Monat. Dieser Rückgang ist, so die Untersuchung, ausschließlich auf das Ausbleiben der Touristen aus den USA zurückzuführen, während die Zahlen deutscher Urlauber sogar leicht angestiegen sind. Das heißt, auch über Weihnachten und Neujahr werden in Rom viele Betten leer bleiben, in denen sich sonst Amerikaner geräkelt haben. Dies deckt sich auch mit den Zahlen der Airlines. Da Flüge aus den USA nach Italien mangels Nachfrage oft halb leer sind, werden ab Januar die Kapazitäten stark zurückgefahren.
Das macht sich selbst bei einem Stadtbummel durch Rom bemerkbar: Man hört kaum noch amerikanisches Englisch, sondern bis auf Ausnahmen nur noch europäische Sprachen - und russisch. Ähnliche Erfahrungen macht man beispielsweise auch in New York. Ungefähr 60 Prozent der Hotelgäste waren im November internationale Touristen und keine US-Amerikaner, die meisten New-York-Besucher kamen aus Deutschland und Großbritannien.
Die Deutschen sind optimistischer als die Regierung
Die aktuelle Rom-Studie beweist, dass sich die Deutschen durch das Katastrophengerede der Politiker und der sogenannten Experten nicht verrückt machen lassen. Die wirtschaftliche Situation ist in einer schwierigen Phase, zweifellos, aber Deutschland steht immer noch hervorragend da. Daran ändern auch die täglich neuen Meldungen über eine bevorstehende Rezession nichts. Etwas mehr Optimismus wäre durchaus angebracht. Zum Glück lassen sich die meisten Bundesbürger davon nicht abschrecken, die Kauflaune ist ungebrochen, wie die Zahlen des Einzelhandels für das Weihnachtsgeschäft belegen.
... und die Airlines?
In der deutschen Fliegerei ist der Einbruch der Geschäftsreisen für die Airlines ein Problem, denn so manche Mischkalkulation der Fluggesellschaften geht nicht mehr auf. Die Linienflieger sind davon besonders betroffen, denn viele Business-Reisende sind auf die Billigflieger umgestiegen. In den Unternehmen sitzt das Geld nicht mehr so locker, aber auf Flugreisen können sie nicht verzichten – Deutschland lebt vom Export. Selbst die Lufthansa macht das Fliegen wieder einmal attraktiver – mit einer Million Flüge für 99 Euro innerhalb Europas.
Schluss mit den Kerosinzuschlägen
Und noch was: Der Ölpreis wurde heute mit 43 US-Dollar notiert. Jetzt wäre es doch endlich an der Zeit, dass die Kerosinzuschläge verschwinden. Sie sind zur reinen Abzocke geworden und haben keine Berechtigung mehr. Damit würde das Fliegen für alle wieder bezahlbar und die Auslastung der Flugzeuge wieder steigen – das wäre doch ein Beitrag zur Bewältigung der Krise.
Der Überflieger sieht die Wirtschafts- und Finanzkrise für Deutschland lange nicht so pessimistisch, sondern empfiehlt, mit einem gesunden Optimismus das nächste Jahr zu beginnen.
Mit Optimismus zumindest in die nächste Woche, das empfiehlt Ihnen
Ihr Überflieger
Der Überflieger freut sich über Post an:
ueberflieger@airline-bewertungen.eu
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