Flughafen Hahn: Ist die Lufthansa Schuld am Dilemma?
In einem Kommentar schrieb der Redakteur Mario Zender im „Monschauer Wochenspiegel“: „Der Hahn darf nicht zum Zankapfel von renditeverwöhnten „Fraport-Managern“ und strategischen Strippenziehern der Lufthansa werden...“
Plötzlich, so scheint es, ist die Auseinandersetzung mit Ryanair nur noch Nebensache, die Akteure dieses Schmierentheaters sind ganz andere. Immer mehr ins Kreuzfeuer gerät Flughafenchef Klettenheimer, der, wie viele seiner Kollegen auch, unrealistischen Optimismus verbreitet. Seine neueste Aussage ist, dass er damit rechne, dass Zahl der Passagiere in Hahn von derzeit vier Millionen auf bald sieben Millionen steigen werde.
Und interessant: Ryanair spielt in diesen Zahlen nur eine untergeordnete Rolle. Hierzu Klettenheimer: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Zusammenarbeit mit Ryanair fortführen werden!“ Aber er ging noch weiter: „Wir haben in den vergangenen Monaten bereits intensive Gespräche mit anderen Airlines geführt. Ich kann heute noch keine Namen nennen!“ Mehr wollte er nicht sagen,
Viel Zeit hat er für Erfolgsmeldungen nicht mehr, denn Fraport drängt auf auf schwarze Zahlen bis zum Jahre 2010. Klettenheimer konnte bisher nur „rote Zahlen“ bilanzieren. In den vergangenen neun Monaten machte der Hahn einen Verlust vor Abzug von Steuern und Zinsen von rund 7,8 Millionen Euro.
Doch nun scheint es, dass Klettenheimer damit gescheitert ist, den Hahn zum Legen von goldenen Eiern in Form des „HahnTalers“ zu bringen. Eine bessere Idee hatte er nicht, als von seinen Kunden drei Euro Flughafen-Eintritt abzukassieren.
Die Gründe liegen auf der Hand: Es sind die Bestrebungen des Hauptanteilseigners des Flughafens, der Frankfurter „Fraport AG“, die keine Lust mehr hat, den defizitären Flughafen künstlich am Leben zu erhalten. Insider sehen jedoch in diesem Ränkespiel die Lufthansa als den wahren Drahtzieher, steckt sie doch durch Beteiligungen mit Fraport unter einer Decke.
Die geplante Erhöhung der Flughafengebühren und der sogenannte „HahnTaler“ sollen eine Kampfansage an Ryanair sein. Ryanair ist Lufthansa schon lange ein Dorn im Auge, so sind die erst vor kurzem wieder aufgelegten 99-Euro-Angebote nichts weiter als ein Teil dieser Kampfansage.
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