Die Würde des Menschen ist wohl doch nicht unantastbar...
Einige der oben genannten Punkte hätten natürlich mehr als einen Stern
verdient. Jedoch habe ich nach meiner schlechten, sogar unzumutbaren und
unmenschlichen Erfahrung mit der Condor große Schwierigkeiten, derzeit etwas
Positives über diese Fluggesellschaft zu sagen.
Nach einer Woche erholsamem Urlaub in Dubai bei Freunden sollte es am Samstag,
den 17.11.2007 um 09:25 Uhr mit Flug Nr. DE 5339 zurück nach Hause gehen. Wie es
üblich ist, waren wir zwei Stunden vorher am Flughafen. Es war zwar sehr dichter
Nebel, aber man sagte uns, der Flug würde pünktlich gehen... Gestartet ist die
Maschine dann am nächsten Morgen gegen sieben Uhr. Inklusive der zwei Stunden,
die wir alle - etwa 250 Passagiere - vorher am Flughafen waren, haben wir gute
23 Stunden festgesessen, ohne auch nur eine einzige Information zu erhalten.
Unser Flug wurde irgendwann vom Monitor gestrichen und niemand wusste, was Sache
war. Auf Nachfragen beim Flughafenpersonal haben wir erfahren, dass die Maschine
wegen des Nebels auf einem anderen Flughafen steht und niemand wüsste, wann sie
nach Dubai kommt, um uns nach Hause zu bringen. Die einzige Erfüllung der VO
(EG) Nr. 261/2004, woran sich Fluggesellschaften zu halten haben, bestand in der
Verpflegung, die wir kostenlos erhalten haben. Allerdings auch nur dann, wenn es
durch Mundpropaganda an die Mitreisenden weitergegeben wurde, da es auch hier
keine offizielle Info gab. Die einzigen Informationen, die wir hatten, erhielten
wir von anderen Fluggästen, die auf eigene Kosten in Deutschland bei Condor
angerufen haben oder deren Angehörige zuhause versucht haben, Antworten zu
bekommen. Die Antworten von Condor waren auch alles andere als zufriedenstellend
- man sicherte uns ständig zu, dass in Kürze jemand von Condor kommen würde, der
sich um uns kümmern würde. Aber natürlich tauchte niemand auf. In Gesprächen mit
Personal von anderen Fluggesellschaften stellte sich heraus, dass solch ein
Verhalten seitens Condor und Co. wohl an der Tagesordnung sei. Das Gerücht, man
würde sich um Hotelzimmer kümmern, blieb auch ein Gerücht. Nachst gegen 23:00
Uhr trommelte man die Familien mit Kindern zusammen, um sie angeblich in ein
Hotel zu bringen. Die Kinder wurden geweckt, wurden wieder unruhig. Aber ins
Hotel kamen sie nie. Einige Familien wurden nur zum anderen Terminal in die
Lufthansa-Lounge gebracht. Um die behinderten und älteren Menschen kümmerte sich
auch niemand. Auf eigene Faust den Flughafen verlassen durften und konnten wir
auch nicht: wir hätten uns straffällig gemacht, da wir kein gültiges Visum mehr
hatten. Außerdem wusste ja niemand, wann der Flieger nun starten sollte. Um
05:00 Uhr durften wir nun endlich boarden. Der Pilot entschuldigte sich und
teilte uns mit, dass die Crew die erlaubte Arbeitszeit am Vortag überschritten
hätte, wenn wir noch geflogen wären, und sie nun erstmal ins Hotel mussten, um
ihre Ruhepause einzuhalten. Natürlich ist die Regelung auch richtig und wichtig.
Aber dass uns niemand etwas mitgeteilt hat und auch keine andere Crew
aufzutreiben war, ist schon ein Unding für solch eine renommierte
Fluggesellschaft.
Ich habe auch heute noch daran zu knabbern, dass ich mehr oder weniger
festgehalten wurde, ohne dass man mir den Grund dafür oder die noch zu
erwartende Wartezeit mitgeteilt hat. Ich bin hochgradig enttäuscht und verletzt,
dass ein Unternehmen, welches Dienstleistungen erbringt, seine Kunden so
unmenschlich behandelt.
Natürlich kann man durch solch eine Erfahrung nicht alles pauschalisieren. Es
wird genügend Flüge geben, bei denen alles reibungslos gelaufen ist. Dennoch
werden 250 Menschen diese Erfahrung noch einige Zeit mit sich tragen! Sollte
sich die Condor im Nachgang endlich menschlich verhalten, sich entschuldigen und
die Schadensersatzforderungen anerkennen, werde ich das gerne auch noch hier
mitteilen!